Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Am Herd

Offen, offen, endlich wieder offen! 

Apfelstrudel ohne Schlag
Apfelstrudel ohne SchlagClemens Fabry
  • Drucken

Ich esse einen Apfelstrudel. Mit Schlag. In meinem Lieblingscafé unter einer beigen Markise. Zum ersten Mal seit Monaten! So vieles tun wir wieder zum ersten Mal.

Zwei ältere Damen mit locker auftoupierten Haaren, dunkelrot lackierten Nägeln und bunten Seidenschals, die am Nebentisch gepflegt vor ihren hohen Gläsern mit Sekt sitzen. Ein junger Mann, der über ein paar Köpfe hinweg ein Soda Zitrone bestellt, seine Zähne strahlen lässt und weiß, dass er schön ist. Ein Paar, das Eiernockerln isst und dabei immer wieder auf seine Tablets schaut. Menschen mit Einkaufssackerln, aus denen Rollen mit Geschenkpapier schauen. Ach, wie habe ich sie vermisst! Und natürlich den Kellner, der noch weiß, was ich bekomme: „Einen Apfelstrudel, stimmt's?“ „Ja“, sage ich. „Mit Schlag.“ „Ja“, sage ich. „Und einen großen Braunen?“ „Es ist schon ziemlich lang her“, sage ich: „Einen Latte Macchiato“. „Ich hab' Sie lieb“, sagt der Kellner, und da muss ich fast ein bisschen weinen.