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E-Mobilität

Ohne Förderung wird's nicht laufen

Wien, Parkring: Ein Mazda MX-30 lotet das Stromspar- potenzial im Stadtverkehr aus.
Wien, Parkring: Ein Mazda MX-30 lotet das Stromspar- potenzial im Stadtverkehr aus.Werk
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Im Rahmen eines Stromsparwettbewerbs wurden die Aussichten der E-Mobilität diskutiert.

Wie viel Strom braucht es, um mit dem Auto einmal um die Wiener Ringstraße zu kommen? Das Datenblatt des vollelektrischen Mazda MX-30 weist für den Stadtverkehr einen Verbrauch von 14,5 kWh pro 100 km nach WLTP-Norm aus (gesamt: 19 kWh im Schnitt).

Die Erfahrung lehrt, dass es in der Praxis, sprich im Alltag, mehr ist. So kam die Gesandtschaft der „Presse“ in Mazdas Stromsparwettbewerb auch auf einen geringfügig höheren Wert – Regen, viel Verkehr, bei einer zurückhaltenden, aber nicht übermäßig sparsamen Fahrweise. Verkehrshindernis will man schließlich keines abgeben.

So weit, so erwartbar. Doch wenn man es wirklich drauf anlegt und einen ausgewogenen Mix an äußeren Bedingungen vorfindet – konkret der Schnitt aus 12 Stunden Ring-Umkreisung –, lässt sich fast ein Drittel Stromverbrauch gutmachen: Die effizienteste Ringrunde ergab 10,6 kWh. Für Sparwillige ein Ansporn für den Alltag.

Akutell wollen wir dazu den Einwurf eines Lesers wiedergeben: „Der Verbauch von 14,5 kWh pro 100km sagt den meisten Menschen nicht viel. Daher ein Vergleich: Ein Liter Diesel hat einen Heizwert von 42,5 MJ, das entspricht ziemlich genau umgerechnet 10kWh. 14,5kWh entspricht also einem Dieselverbrauch von ca. 1,4 Liter auf 100 km. So betrachtet sieht man erst, wie effektiv ein E-Auto arbeitet. Kein Diesel-Auto schafft das, schon gar nicht ein Benziner."

Aus dem sozusagen elektrischen Alltag berichtete bei der Gelegenheit Heimo Aichmaier, Chef der Industrie-Allianz Smart Mobility Power: Einiges laufe schief beim Hochfahren der E-Mobilität. So stünden potenzielle Umsteiger vor geballtem Dickicht: Aichmaier spricht von einem „Förder-, Lade- und Verordnungsdschungel“ in Österreich. Dabei dränge die Zeit: 2030 ist nicht weit entfernt, erreicht das Land seine Klimaziele nicht, setze es über zwei Mrd. Strafzahlungen – Geld, das man besser schon heute in jährlichen Tranchen zur Förderung der E-Mobilität investieren sollte. Ohne Anschub sei „die Elektrifizierung des Straßenverkehrs nicht überlebensfähig“, so Aichmaier.

Bis wann das gelte? Gemäß „Bauchgefühl“: Liegt der E-Anteil bis 2025 bei 25 Prozent, „dann hebt's ab“. Größte Baustelle sei nicht die Reichweite, sondern die Errichtung der Ladeinfrastruktur. Überwiegend werde zu Hause und am Arbeitsplatz geladen.

Da werde „elektrotechnisch viel falsch installiert und beraten“. So würden zu hohe Anschlussleistungen verlegt (11 kW, wo 3,7 ausreichten), „Angst-Kupfer“, mit dem Effekt (neben der Verschwendung von Geld und Material), dass nicht mehr genügend Leistung für die Anschlüsse Nachkommender zur Verfügung stehe.

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2021)