Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Gergely Karácsony: „Die EU finanziert das Hybridregime“

der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony
der Budapester Bürgermeister Gergely KarácsonyBloomberg
  • Drucken

Der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony will mit einem Oppositionsbündnis bei den Wahlen in Ungarn im kommenden Jahr antreten. Er gilt als größter Widersacher von Premier Viktor Orbán, der um seine Wiederwahl bangen muss.

Gergely Karácsony ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Vor Kurzem hat der Budapester Bürgermeister via Facebook bekannt gegeben, dass er sich um das Amt des ungarischen Premiers bewerben will. Nun klingelt das Telefon immer öfter. Sogar der britische „Economist“ widmete sich dem 45-Jährigen, der als Antithese zum ungarischen Premier Viktor Orbán gilt.

„Er ist klein und dick, ich bin groß und dünn“, scherzte Karácsony gegenüber den britischen Journalisten. Ein Witz, der nicht bei allen Ungarn gut ankam – und für den er sich prompt entschuldigte. Auch der Umgang mit Kritik unterscheidet ihn von Orbán.

Nun schickt sich Karácsony an, im kommenden Jahr seinen Coup aus dem Jahr 2019 zu wiederholen. Schon damals schlossen sich mehrere Oppositionsparteien zusammen, um bei den Regionalwahlen einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Es funktionierte: In mehreren ungarischen Städten konnte der Oppositionskandidat jenen der mächtigen Regierungspartei Fidesz besiegen. Karácsony selbst ist seitdem Bürgermeister der ungarischen Hauptstadt Budapest.

In den Umfragen liegt die Vereinte Opposition derzeit mit der Fidesz gleichauf. Im Herbst will das Oppositionsbündnis – zu dem auch wieder die einst wegen antisemitischer Äußerungen umstrittene und nun weiter in die politische Mitte gerückte Rechtspartei Jobbik gehört – eine Vorwahl abhalten, bei der ein gemeinsamer Spitzenkandidat gekürt werden soll. Der grün-liberale Karácsony gilt als Favorit.