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Formel 1

Verstappen nach Monaco-Sieg erstmals WM-Führender

AUTO-PRIX-F1-MON
APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC
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Max Verstappen profitiert vom Fauxpas des Ferrari-Teams und des Ausfalls von Charles Leclerc. Der RB-Pilot siegt im Fürstentum und ist damit erstmals in seiner Karriere WM-Leader. „Davon habe ich schon als kleiner Bub geträumt!"

Max Verstappen hat mit seinem Premierensieg in Monaco auch erstmals in seiner Karriere die Führung in der Formel-1-Weltmeisterschaft übernommen. Der 23-jährige Niederländer gewann Sonntag die 78. Auflage des Motorsport-Klassikers an der Cote d'Azur 8,9 Sekunden vor Carlos Sainz im Ferrari, McLaren-Pilot Lando Norris wurde Dritter. Red Bull führt nun gleich beide Meisterschaften an. Verstappen liegt in der Fahrer-WM nach dem zweiten Saisonsieg vier Punkte vor Lewis Hamilton.

Der dreifache Saisonsieger Hamilton wurde im Fürstentum nur enttäuschter Siebenter und komplettierte damit ein Desaster-Wochenende für Mercedes in Monaco. Was aber nicht ganz überraschte. Auf dem engen Straßenkurs tun sich die langen Mercedes-Autos traditionell schwer. Hamilton war schon Samstag in der Qualifikation mit seinem Mercedes nur Siebenter geworden und musste sich im Rennen mit ebendiesem Rang begnügen, obwohl Pole-Mann Leclerc fehlte.

Der monegassische Lokalmatador hatte vor dem großen Heimrennen seinen Ferrari nach der Einführungsrunde wegen einer gebrochenen Antriebswelle an der Box abstellen müssen. Nach der Pole und einem Unfall des 23-Jährigen am Samstag kurz vor Schluss hatte man bei Ferrari zunächst noch befürchtet, diese wegen eines eventuell defekten Getriebes zu verlieren. Am Ende konnte Leclerc aber gar nicht starten.

Das zweite Drama betraf am Renn-Sonntag Valtteri Bottas und damit den zweiten Mercedes-Fahrer. Der Finne lag unbedrängt hinter Verstappen auf Platz zwei, als bei seinem Reifenwechsel in der 30. Runde die Radmutter rechts vorne klemmte. Bottas musste vor den Augen von US-Tennisstar Serena Williams, die später die Zielflagge schwenkte, aufgeben. Hamilton rettete im Finish mit der schnellsten Rennrunde wenigstens einen zusätzlichen WM-Punkt.

Wegen des Fehlens von Leclerc hatte der auf Startplatz drei stehende Bottas freie Bahn nach vorne, als es losging. Dem Finne kam gut weg, aber Verstappen zog sofort nach rechts und machte mit seinem Red Bull die Tür zu. Es war letztlich das entscheidende Manöver in einem sonst relativ ereignislosen Rennen.

30 Runden lang tat sich dann praktisch nichts, ehe Hamilton mit dem Wechsel auf die harten Reifen an die Box kam. Gleich darauf erfolgte das Bottas-Drama. Auch Hamilton war sauer, weil er nach seinem frühen Stopp eine weitere Position verloren hatte, was er am Funk lautstark kritisierte.

Red Bull hingegen legte bei Verstappen einen perfekten Reifenwechsel hin. Größter Profiteur der ganzen Wechselei auf die harten Reifen war aber Teamkollege Sergio Perez, der mit seinem Overcut in der 35. Runde von Position acht auf vier vorrückte. Der Mexikaner half so am Ende mit, dass Red Bull Racing auch in der Teamwertung um einen Zähler die WM-Führung übernahm. Verstappens ebenfalls knappe Führung (105 Punkte) in der Fahrerwertung vor Hamilton (101) ist auch die erste für Red Bull Racing seit den Zeiten der Serien-WM-Titel.

"Ich bin hier überhaupt zum ersten Mal am Podium", jubelte Verstappen nach seinem fehlerfreien Rennen und dem Abspielen der österreichischen Bundeshymne. "Von einem Sieg in Monaco habe ich schon als kleiner Bub geträumt", gestand der Niederländer. Es habe einfach ausgesehen, sei es aber nicht gewesen. "Hier weißt du nie, was passiert. Und du musst im richtigen Moment stoppen. Das habe ich aber gut kontrolliert."

Nun gehe es darum, das Momentum zu nutzen. "Es wäre gut, so weiterzumachen", sagte Verstappen angesprochen auf seine WM-Führung: "Es wäre schön, wenn es am Ende der Saison auch so wäre." Teamberater Helmut Marko ergänzte: "Das war heute souveränst von uns. Besser kann es nicht gehen."

Bei Mercedes gestand man ein, das Ergebnis schwer verdauen zu können. "Das Wochenende war kein Spaß. Monaco war nie ein gutes Pflaster für uns. Aber dass ein Rad gar nicht abgeht, habe ich noch nie gesehen" meinte Teamchef Toto Wolff. Nach der wenigstens schnellsten Runde für Hamilton wünsche er sich, "dass wir am Ende die WM um einen Punkt gewinnen". Am Montag werde der Finger in die Wunde gefahren und umgerührt, versicherte der Österreicher. "Wir müssen zu den Fehlern stehen, daraus lernen und weitermachen."

Hamilton machte aus der dicken Luft bei Mercedes kein Geheimnis. "Es ist nicht lustig, wenn du hinterher fährst. Wir haben wirklich viele Punkte liegen gelassen. Das war eine ganz schwache Vorsprung von uns als Team, das hat mich echt überrascht", kritisierte der Brite. Offenbar war das relativ kühle Wetter eines der Mercedes-Probleme. "Wir werden gute Diskussionen haben und stärker zurückkommen", versicherte der siebenfache Weltmeister.

Für einen persönlichen Lichtblick sorgte Sebastian Vettel. Der ehemalige Red-Bull-Champion wurde Fünfter und holte so erstmals WM-Punkte im Aston Martin. Der Deutsche wurde dafür zum "Fahrer des Tages" in Monaco gewählt.

(APA)