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Opernkritik

Fest der Triebe und Liebe: "Poppea" in der Staatsoper

Die Tänzer - in ihrer Mitte; Slávka Zámečníková als Poppea - schaffen ästhetische Bilder aus ihren Körpern.
Die Tänzer - in ihrer Mitte; Slávka Zámečníková als Poppea - schaffen ästhetische Bilder aus ihren Körpern.Wiener Staatsoper/Michael Pöhn
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In seiner Inszenierung von Claudio Monteverdis „L'incoronazione di Poppea“ befriedigt Jan Lauwers die Schaulust auf vielfältige Weise; der Concentus Musicus bringt dazu die entsprechende Klangfülle. Slávka Zámečníková begeistert in der Titelpartie.

Überbordende Lebenslust gepaart mit fast nicht erträglicher Gewalttätigkeit: Jan Lauwers' Inszenierung von Monteverdis „L'incoronazione di Poppea“ führt beides permanent vor Augen. Da wird gezüchtigt, gerungen, da werden Menschen an den Haaren weggezogen, durch die Luft oder auf den Boden geworfen. Zugleich schmiegen sich Körper in offensichtlichen Stellungen aneinander, Sehnsucht wird ebenso in Bewegung übersetzt wie Lust und Begierde. Alles ist ständig im Fluss.

Die Inszenierung, die bereits 2018 bei den Salzburger Festspielen zu sehen war und nun an der Staatsoper Premiere hatte, legt die Grundstimmung von Monteverdis letzter Oper auf eine hochästhetische Choreografie um. Während die Sänger von Liebe und Intrige rund um Nerone und Poppea singen, kreieren 18 Tänzer auf schräger Bühne eine Atmosphäre aus barocker Lebenslust kombiniert mit Herabwürdigung und Brutalität. Meist wirken die Mitwirkenden energiegeladen und rastlos. Lauwers fordert Auge und Ohr des Zusehers gleichermaßen – es gelingt ihm, dass das dynamische Geschehen auf der Bühne nicht von den prachtvollen Arien ablenkt, sondern deren Aussage intensiviert.