Türkei

Die brisanten Mafia-Enthüllungen gegen Ankara

Die regierungsnahe Presse fungiert als Stichwortgeberin, kritische Berichterstatter sind in Pressekonferenzen nicht zugelassen.
Die regierungsnahe Presse fungiert als Stichwortgeberin, kritische Berichterstatter sind in Pressekonferenzen nicht zugelassen.Reuters
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Ein Mafiaboss setzt die AKP-Regierung mit Videos über deren Nähe zu organisiertem Verbrechen unter Druck.

Istanbul. Türkische Minister sind unangenehme Fragen von Journalisten nicht gewohnt: Die regierungsnahe Presse fungiert als Stichwortgeberin, kritische Berichterstatter sind in Pressekonferenzen nicht zugelassen. Umso überraschter waren Industrieminister Mustafa Varank und Agrarminister Bekir Pakdemir jetzt, als ein Reporter der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sie vor laufenden Kameras mit den Vorwürfen eines Mafiabosses gegen Innenminister Süleyman Soylu konfrontierte. Der Journalist wurde sofort entlassen und als Staatsfeind diffamiert.

Der Umgang mit dem Anadolu-Reporter Musab Turan ist symptomatisch für die Reaktion der Regierung auf die Enthüllungen des Mafioso Sedat Peker. Aus seinem Exil in Dubai legt Peker seit Wochen per Video die Verbindungen der Führung in Ankara zum organisierten Verbrechen und die Verwicklung von Politikern in Gewalttaten und Drogenschmuggel offen. Mit den Videos rächt sich Peker an Innenminister Soylu. Der Minister habe lang von seinem Geld und Einfluss profitiert und ihm im Gegenzug Schutz versprochen, sagt Peker. Doch dann habe Soylu ihn fallen gelassen.

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