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Interview

Patricia Neumann: „Früher wurde der Brief genauso gehackt“

„Computer machen nur, was der Mensch zulässt“, sagt Patricia Neumann, Generaldirektorin von IBM Österreich.
„Computer machen nur, was der Mensch zulässt“, sagt Patricia Neumann, Generaldirektorin von IBM Österreich.Jeff Mangione/picturedesk
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Patricia Neumann, Chefin von IBM Österreich, spricht über den Grünen Pass sowie die Angst vor der digitalen Überwachung und der Gefahr einer digitalen Zweiklassengesellschaft.

Die Presse: Es sperren alle Geschäfte auf, aber es gibt noch immer keinen Konsens beim Grünen Pass. Wieso schaffen es Österreich und die EU nicht, diesen digitalen Türöffner umzusetzen? Fehlt es an der Infrastruktur oder an der Mentalität?

Patricia Neumann: Technologisch sind wir auf jeden Fall so weit. Das ist alles möglich. Schwieriger wird es dann schon, wenn es darum geht, dass sich europäische Länder auf einen Standard einigen. Diese Gespräche laufen – hoffentlich erfolgreich. Und was die Mentalität betrifft, so ist es meines Erachtens auch ein gesellschaftlicher Auftrag, jeden mitzunehmen.

In welcher Form „mitnehmen“?

Am Ende des Tages muss sichergestellt werden, dass der Nutzer mit dieser Technologie auch einfach umgehen kann. Leider sind wir längst noch nicht so weit, dass alle das schaffen. Deshalb braucht es gerade bei so einem breiten Thema auch eine Alternative zur digitalen Lösung.

Die Zettelwirtschaft bleibt. Aber derzeit auch für jene, die eine digitale Lösung nutzen wollen.

Ja, dafür sollte man bereit sein. In Deutschland etwa darf IBM gemeinsam mit anderen beim digitalen Impfpass mitmachen. Da gab es eine öffentliche Ausschreibung. Es scheitert also nicht an der Technologie. Diese ist per se neutral. Man muss sie nur zum Guten einsetzen, dann gehen auch keine Daten verloren oder werden missbraucht.