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Corona

Youtuber sollen gegen Geld Pfizer-Impfstoff verleumden

Unbekannte boten französischen Youtubern große Summen an, wenn sie falsche Zahlen über die Gefährlichkeit von Covid-Impfstoffen, speziell Pfizer-BioNTech, veröffentlichten. Die Spuren deuten - wieder einmal - nach Russland.

„Ich habe ein Angebot zur Zusammenarbeit bekommen, das darin besteht, den Pfizer-Impfstoff per Video schlecht zu machen. Riesiges Budget, Klient, der inkognito bleiben will": So beschrieb der junge französische Blogger Léo Grasset am Montag Abend auf Twitter das Angebot, das er von unbekannter Stelle erhalten hatte.

Er ist nicht der Einzige. Weitere Youtuber meldeten sich daraufhin mit der Nachricht, dass sie ebenfalls ein solches Angebot erhalten hätten.

Der Zeitung „Le Monde“ liegt eigenen Angaben das Dokument vor, das Grasset geschickt worden ist. Darin wird dem Blogger angeboten, gegen Geld ein Video zu produzieren, in dem er den Impfstoff von Pfizer-BioNTech verantwortlich für über tausend Tote macht. Die Behauptung solle sich auf eine Tabelle mit Zahlen stützen, die die Gefährlichkeit der Impfstoffe generell und speziell jenes von Pfizer-BioNTech beweisen sollen.

Die Quelle für diese Tabelle konnte Le Monde nicht ausfindig machen. Im Dokument wird behauptet, sie stamme vom Impfstoffhersteller AstraZeneca, der Mitte Mai Opfer eines Hackerangriffs geworden sei. AstraZeneca selbst hat keinen solchen Angriff gemeldet.

Britische Fake-Agentur - Spur führt nach Moskau

Außerdem listet das Grasset zugeschickte Dokument mehrere Quellen auf, die die Youtuber, die sich auf den Handel einließen, zitieren sollten. Darunter befindet sich auch ein „Le Monde"-Bericht von Jänner über die Cyber-Attacke auf die europäische Arzneimittelagentur (die Täter konnten bisher nicht identifiziert werden). Zitieren sollen die Youtuber auch einen auf einer Internetseite ohne Quellenangabe veröffentlichten Text, der Europa vorwirft, seine Bürger mit dem Pfizer-Impfstoff in Gefahr zu bringen. Und schleßlich mehrere Foren- und Blogeinträge, die die im Dokument angeführte Tabelle zitieren - und allesamt zwischen dem 15. und dem 19. Mai online gingen.

Dass das Video ein Auftragswerk sei, dürfe nicht verraten werden, heißt es schließlich noch. „Sagen Sie, dass Sie sich für Impfstoffe interessieren und Sie Informationen dazu entdeckt haben“, heißt es. „Erklären Sie, dass die großen Medien dieses Thema ausblenden“.

Die Möchtegern-Auftraggeber präsentieren sich als britische Kommunikationsagentur namens Fazze - die freilich eine Attrappe zu sein scheint. In den Stunden, nachdem Grasset das „unmoralische Angebot“ öffentlich gemacht hatte, wurden die im Dokument genannten Foren- und Blogeinträge gelöscht. Alle LinkedIn-Einträge von angeblichen Angestellten der Agentur switchten von öffentlich auf privat um. Recherchen konnten aber noch zeigen, dass der angebliche Firmenchef nicht von London, sondern von Moskau aus operierte.

 

(red.)