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Interview

Theater in der Josefstadt: „Gott hat es nicht verdient zu sehen“

Sehende Frau als Antagonistin: Sandra Cervik in der Dramatisierung von Saramagos Roman.Moritz Schell / Theater in der Josefstadt
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Die Schauspielerin Sandra Cervik über Schockierendes, die Aktualität und den nötigen Sarkasmus in José Saramagos „Die Stadt der Blinden“. Voraufführungen ab 27. Mai.

Die Presse: Sie spielen eine außergewöhnliche Rolle in der „Stadt der Blinden“, einer Dramatisierung des Romans von José Saramago. Was bedeutet diese Metapher?

Sandra Cervik: Zum einen spricht Saramago das große pandemische Thema an: Was passiert, wenn die Welt von einer Seuche betroffen ist? Aber die Blindheit meint natürlich nicht nur die Augen, sondern ein Nichtsehen des Geistes, des Herzens. Eine wesentliche Botschaft dieses Buches ist: Wir sind Blinde, die sehend nichts sehen.

Theater sollte vorsichtig bei Aktualitätsbezügen sein. Aber kann man sich hier dem Thema Covid-19 überhaupt entziehen?