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Medizin-Uni Wien restituiert enteignete Bücher

MedizinUni Wien restituiert enteignete
(c) AP (Jens Meyer)
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Die Tochter des ehemaligen Pathologie-Professors Carl Julius Rothenberger erhält 39 wissenschaftliche Werke zurück. Die Restitution ist die erste im Rahmen der laufenden Provenienzforschung der Medizin-Uni.

Die Medizinische Universität Wien hat am Donnerstag in einer Feierstunde enteignete Bücher aus dem Besitz des ehemaligen, von den Nazis verfolgten Pathologie-Professors Carl Julius Rothberger dessen Tochter Bertha Gutmann zurückgegeben. Die Restitution ist die erste im Rahmen der laufenden Provenienzforschung der Medizin-Uni. Bei den 39 Büchern handelt es sich vor allem um wissenschaftliche Werke.

39 Bücher zurückerstattet

2007 wurde an der Universitätsbibliothek der Med-Uni im Auftrag des Rektorates ein Provenienzforschungsprojekt zum Thema "NS-Raub an der Medizinischen Universität Wien" gestartet. Dabei konnten 39 Bücher aus dem Besitz Rothbergers ermittelt werden, ein Restitutionsgutachten empfahl deren Rückgabe.

"Der Med-Uni Wien ist es ein besonderes Anliegen, diese Provenienzforschung aktiv und effektiv zu betreiben," erklärte Rektor Wolfgang Schütz in einer Aussendung. Die Medizinische Fakultät habe während des Nazi-Regimes sehr viele jüdische Gelehrte enteignet und ihnen ihre Lehrbefugnis aberkannt. "Es ist uns daher sehr wichtig, auch über 70 Jahre später den Nachfahren das enteignete Eigentum zurückzuerstatten", so Schütz.

Buch über die Familie Rothberger

Carl Julius Rothberger, 1871 in eine jüdische Wiener Familie geboren, war von 1924 bis 1936 Leiter des Instituts für Pathologie an der Universität Wien. Seine Ehe mit einer Nicht-Jüdin schützte ihn nur notdürftig vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Rothberger starb zusammen mit seiner Frau bei einem der letzten Bombenangriffe auf die Wiener Innenstadt am 13. März 1945 im Philipphof.

Der zweite Band der Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung widmet sich unter dem Titel "schneidern und sammeln" der Familie Rothberger. Es ist kürzlich im Böhlau Verlag erschienen.

(APA)