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Quergeschrieben

Das Heeresgeschichtliche Museum muss sich ändern

Geschichte ohne Zusammenhang, eine Pilgerstätte für Rechtsextreme: Warum beim Heeresgeschichtlichen Museum dringender Reformbedarf herrscht.

Die Couch, auf der der austrofaschistische Kanzler Engelbert Dollfuß starb, daneben ein Stück seines blutigen Hemds. Eine goldene Hitler-Büste, unzählige Wehrmachtsuniformen und Kriegsgeräte. Die Fahrzeuge und Artillerie nehmen einen Großteil des Platzes ein, hier, in der Dauerausstellung „Republik und Diktatur: Österreich 1918 bis 1945“ des Heeresgeschichtlichen Museums (HGM).

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Wenig erfährt die Besucherin über den Widerstand und die Kriegsverbrechen, die Konzentrationslager und den Holocaust. Das „Buchenwaldlied“ von Hermann Leopoldi, ein Brief von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg aus dem KZ Sachsenhausen, ob er einen vorbestraften Häftling als Hausbediensteten im KZ akzeptieren würde, das ist alles, was über das Leben und Sterben im KZ zu erfahren ist.

Im besten Fall kann man die Ausstellung im Wiener Arsenal für ihre fehlende Kontextualisierung kritisieren. Die erklärenden Texte sind unzureichend, wer durch die Räume wandert, muss sich die Geschichte selbst zusammenreimen. Natürlich soll ein Museum Raum für die eigenen Interpretationen bieten. Aber gewisse Grenzen müssen eingehalten werden, Propagandastücke, wie etwa ein mit einem Hakenkreuz verzierter Polster und Plakate mit Kriegsdurchhalteparolen, dürfen nicht in großer Menge und ohne wissenschaftliche Betrachtung gezeigt werden. Im schlimmsten Fall kann man also eine solche Darstellung als verzerrt bezeichnen.