Medizin

Unfälle von Kindern – mehr als ein kleines Aua

Wie lassen sich schwere Unfälle bei Kindern und Jugendlichen vermeiden? Im Forschungszentrum für Kinderunfälle am Campus der Med-Uni Graz arbeitet ein Team von Wissenschaftlern an der Unfallprävention von morgen.

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der nicht tödlich verunglückten Kinder und Jugendlichen ist im ersten Coronajahr, also von Ende Februar 2020 bis Ende Februar 2021, um rund 30 Prozent zurückgegangen. Jene der tödlichen Verkehrsunfälle 2020 sogar um 80 Prozent. Wohl wegen der Lockdowns starb kein Kind bei einem Unfall auf dem Schulweg. Doch die kürzlich veröffentlichten Zahlen zeigen auch, wie sehr sich vor allem die Zehn- bis 14-Jährigen in ihrem Freizeitverhalten einschränken mussten – und dadurch physisch und psychisch litten. „Diese Gruppe war am heftigsten betroffen, Kleinkinder bis vier Jahre am wenigsten. Sie konnten mehr oder weniger so weiterleben, wie sie es gewohnt waren“, sagt Peter Spitzer, wissenschaftlicher Leiter des vor zehn Jahren gegründeten Forschungszentrums für Kinderunfälle an der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz.

Basis für diese Berechnungen ist eine Erfassung aller Unfälle, die in der Steiermark passieren – und ihrer Ursachen. Das sei in dieser Form weltweit einzigartig, erklärt Spitzer. Und habe vor allem einen einzigartigen Nutzen: Denn so sollen sich Unfälle gezielt verhindern lassen. „Wir sehen an den Daten, wenn sich Trends durchsetzen: etwa die Scooter Anfang der 2000er-Jahre oder das Trampolin ab den 2005er-Jahren.“ Dann wird der eng verzahnt agierende Verein „Große schützen Kleine“ aktiv und warnt in seiner Informationsarbeit vor den neuen Gefahren.


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