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Ulrike Sych in der biedermeierlichen Passage des Sünnhofes zwischen Landstraßer Hauptstraße und Ungargasse.
Grätzelwalk

Erkundungstour auf der Landstraße

Wo Ulrike Sych, Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst, besonders gern im dritten Wiener Gemeindebezirk unterwegs ist – zum Arbeiten, Essen, Bummeln und Spazieren.

„Eigentlich ist ja der Campus selbst mein Lieblingsgrätzel“ erklärt Ulrike Sych, als wir noch in ihrem Büro zusammenstehen und uns auf den gemeinsamen Grätzelspaziergang freuen. Die Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) fühlt sich hier am Anton-von-Webern-Platz nicht nur beruflich zu Hause und schmunzelt: „Sie werden gleich sehen, warum, er ist einfach so schön. Erster Stopp ist das neue Future Art Lab auf ebendiesem Campus, frisch fertiggestellt und neues Zuhause für Filmakademie, Tonmeisterausbildung, elektroakustische Komposition und einiges mehr.

Tierische Vergangenheit

Ursprünglich, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, wurde die Universität als Tierklinik erbaut – im dritten Bezirk befand sich auch der städtische Schlachthof St. Marx. Der Tradition treu, fand die Veterinärmedizinische Universität hier ab den 1970ern ihr Zuhause, bevor der Campus 1996 für die mdw ausgewählt wurde. „Der Architekt Reinhardt Gallister hat diesen Campus wunderschön für uns renoviert. Und ich finde, das neue Future Art Lab von Pichler & Traupmann hat diese Sprache wunderbar aufgenommen.

Future Art Lab.
Future Art Lab.APA/Hertha Hurnaus

Es ist ein Juwel im Mosaik des Campus, das mit dem Ganzen kommuniziert.“ Im Moment ist er zwar wetterbedingt eher leer – generell werde der Campus auch von der Nachbarschaft sehr geschätzt, sagt Sych und erzählt von spielenden Kindern in der Wiese.
Durch ein Institutsgebäude spazieren wir, am Uni-Kindergarten vorbei, aus dem Campus hinaus und stehen genau vor dem Eingang der Sünnhof-Passage, die zur Landstraße führt. Das enge Gässchen mitten in dem Biedermeierkomplex fällt unter anderem durch die vielen bunten Regenschirme auf, die hier aufgehängt sind und die uns jetzt sehr gelegen kommen, denn es regnet wieder.

Ruhiges Idyll

„Hier in dem Café des Hotels sitze ich gerne, wenn ich einmal Stille brauche – es ist einfach herrlich ruhig“, meint Sych, in der Passage gibt es außerdem ein paar sehr nette Geschäfte, in die ich auch privat gerne gehe.“ Zur Linken zeigt sie auf das Schmuckgeschäft Koni, rechts auf das Kleidergeschäft Mariol und kommt ins Schwärmen: „Hier gibt es die schönsten Tücher. Und obwohl es eigentlich ein Geschäft für Übergrößen ist, kann man die Stücke auch kleiner bestellen.“ Das private Shopping muss meistens aber bis zum Wochenende warten: „Während der Arbeitszeit sind die Gelegenheiten rar, zu denen ich einfach so durch den Dritten spazieren kann – das tue ich eher am Wochenende, mit der Familie.“ Dann geht man gemeinsam in der Käserei Lingenhel frühstücken, schlendert die Landstraße hinauf zu Demmers Teehaus oder schmökert in der Buchhandlung Laaber und besucht „natürlich den Bauernmarkt am Rochusmarkt“.

Gastronomische Verlockungen

Gemeinsam entdeckt unser Grüppchen die Tapasbar Stellas gegenüber der Gemüsestände. „Die muss recht neu sein“, überlegt Sych und zollt Respekt: „Jetzt, wo es so viele Lokale leider nicht schaffen werden, ist es schön zu sehen, wenn jemand etwas Neues macht.“ Lob gibt es auch für das Restaurant Abby's, das asiatisch-österreichische Fusion-Küche anbietet. In der Hintzerstraße stattet Sych der Wiener Seife gerne einen Besuch ab, schlendert dann durch den Arenbergpark und vorbei an der Wiener Flötenwerkstatt. „Ich habe ja nie in der Wiener Innenstadt gewohnt, aber das scheint mir eine sehr angenehme Wohngegend.“ Besonders angetan haben es ihr die kleinen Plätze, etwa der Esteplatz: „Wenn ich jemals in die Stadt ziehen würde, dann würde der mich reizen.“

Zum Ort, zur Person

Die Landstraßer Hauptstraße, kurz Landstraße genannt, verläuft seit den Römertagen auf ähnlicher Strecke wie heute – zwischen Stubentor und Landstraßer Gürtel – und gab auch dem dritten Bezirk, Landstraße, seinen Namen. In der beliebten Wohn- und Geschäftsgegend kosten Wohnungen 6089 (Bestand) bis 6970 Euro/m2 (Neubau).
Ulrike Sych ist Rektorin der Uni für Musik und darstellende Kunst, seit 1996 im dritten Bezirk angesiedelt und kürzlich um das Future Art Lab erweitert.

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