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Kolonialzeit

"Gewalt mit Grausamkeit ist meine Politik"

Bis zu drei Viertel der Herero kamen in den Kriegsjahren 1904 bis 1908 um: Denkmal im Zentrum der namibischen Hauptstadt Windhuk.
Bis zu drei Viertel der Herero kamen in den Kriegsjahren 1904 bis 1908 um: Ausschnitt aus einem Denkmal im Zentrum der namibischen Hauptstadt Windhuk.(c) Getty Images (Christian Ender)
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Deutschland erkennt den Völkermord an den Herero und Nama an: Über den General, der Tausende in der Wüste verdursten ließ, einen „schwarzen Napoleon“ und 80.000 Tote.

Wir werden diese Ereignisse jetzt auch offiziell als das bezeichnen, was sie aus heutiger Perspektive waren: ein Völkermord“: So der deutsche Außenminister Heiko Maas am Freitagmorgen.

Schon 2015 hatte eine deutsche Regierung angekündigt, den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Herero und Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika künftig Genozid zu nennen. Doch das nach sechs Jahren Verhandlung abgeschlossene Abkommen zwischen Namibia und Deutschland reicht viel weiter. Nicht nur ist die deutsche Anerkennung des Genozids darin offiziell festgeschrieben, Deutschland zahlt auch über die nächsten 30 Jahre 1,1 Milliarden Euro an Hilfen für „Namibia und die Nachkommen der Opfer“. Und es wird eine förmliche Entschuldigung des Bundespräsidenten vor der Nationalversammlung Namibias geben.

Fast 115 Jahre ist die Niederschlagung der Aufstände der Herero und Nama her, ausgelöst vor allem durch die immer größeren Landnahmen deutscher Siedler. In den Jahren 1904 bis 1908 kamen rund 80.000 Menschen dieser beiden Volksgruppen ums Leben kamen. Die Begrifflichkeit, zu der sich die deutsche Politik nach langem Zögern durchgerungen hat, ist für Historiker längst selbstverständlich – die Ereignisse gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Argumentation des Genozids steht der schon bei seiner Ernennung umstrittene zeitweilige Oberkommandierende Lothar von Trotha (1904-1905), ein preußischer General.