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Interview

„Algorithmen sind wie kleine Kinder“

Algorithmen nehmen uns viele Entscheidungen ab. Die Muster, denen sie dabei folgen, sind so voreingenommen wie wir.
Algorithmen nehmen uns viele Entscheidungen ab. Die Muster, denen sie dabei folgen, sind so voreingenommen wie wir.REUTERS
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Clemens Apprich von der Universität für angewandte Kunst Wien vermisst in der Diskussion um Künstliche Intelligenz (KI) ästhetische Perspektiven. Er wünscht sich eine wissenschaftlich begleitete Suche nach neuen Filterlogiken.

Die Presse: Die Digitalisierung bereitet vielen Menschen Unbehagen. Sie fürchten um ihre Jobs oder um ihre Privatsphäre. Sie hingegen traten Ihren neuen Arbeitsplatz an der Angewandten mit dem Vorhaben an, die Maschinen gegenüber den Menschen zu verteidigen.

Clemens Apprich:Es gibt diese Angst, dass der Mensch sich in den großen Datenströmen auflöst, dass die Maschine den Menschen verdrängen würde. Diese Angst ist durchaus berechtigt. Mich ärgert an der Debatte aber, dass man zum einen Entscheidungen zunehmend auf Filteralgorithmen (Regeln, die das Internet personalisieren; Anm.) auslagert, diesen aber zum anderen dann die Verantwortung dafür gibt, wenn rassistische oder sexistische Ergebnisse herauskommen. Man ignoriert, dass Menschen und Maschinen derselben symbolischen Ordnung angehören.

Das heißt, die Maschinen sind zwangsläufig genauso rassistisch und sexistisch wie wir selbst?