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Weltnichtrauchertag

Warum Rauchen nicht vor Corona schützt

Wer jahrelang stark raucht, erkrankt mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit schwer an Covid-19 als Nichtraucher. Verantwortlich dafür sind irreparable Schäden am Lungengewebe.
Wer jahrelang stark raucht, erkrankt mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit schwer an Covid-19 als Nichtraucher. Verantwortlich dafür sind irreparable Schäden am Lungengewebe.APA/HELMUT FOHRINGER
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Die Annahme, Nikotin könne nach einer Infektion schwere Krankheitsverläufe verhindern, stellte sich als falsch heraus. Tatsächlich haben starke Raucher ein höheres Risiko, auf Intensivstationen zu landen und zu sterben.

Der Verdacht entstand gleich zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Französischen Medizinern fiel auf, dass nur fünf Prozent der 350 Covid-19-Patienten, die wegen eines schweren Verlaufs in einem Pariser Krankenhaus behandelt wurden, Raucher waren. Insgesamt müsse der Anteil an Rauchern unter den Infizierten um rund 80 Prozent geringer sein als in der Gesamtbevölkerung, schlossen sie aus ihren Beobachtungen.

Ihre wissenschaftliche These: Nikotin hafte an jene ACE2-Rezeptoren an, die das Virus braucht, um in menschliche Zellen einzudringen, und blockiere sie dadurch. Zudem sei denkbar, dass Nikotin über die Acetylcholin-Rezeptoren Infektionsprozesse im Körper hemmt. Daher empfahlen sie zu untersuchen, ob Nikotinpflaster einen präventiven Effekt haben und ob damit auch Therapien möglich sein könnten – was einen vorübergehenden Ansturm auf diese Pflaster nach sich zog.

Ein Jahr später sieht vieles anders aus. Die Studie wurde wegen der geringen Teilnehmerzahl sowie inhaltlicher Ungenauigkeiten – wie etwa des exakten Rauchverhaltens der Betroffenen – auseinandergenommen und gilt als verzerrt. Zudem liegen mittlerweile zahlreiche neue Untersuchungen vor, die mit mehr Probanden durchgeführt und in denen neben Dauer und Intensität des Rauchens auch zusätzliche Kriterien wie Alter, Geschlecht, Medikation, Vorerkrankungen und sonstiger Lebensstil berücksichtigt wurden. Einige von ihnen hat nun die renommierte Zeitschrift „The Journal of the American Medical Association“ (JAMA) zusammengetragen und veröffentlicht – rechtzeitig zum Weltnichtrauchertag am Montag, 31. Mai.

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