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Landestheater Linz

Richter Adam trifft eine Eve, die weiß, was los ist: Kleist in Linz

Gunda Schanderer, Klaus Müller-Beck und Ensemble.
Gunda Schanderer, Klaus Müller-Beck und Ensemble.(c) Herwig PRAMMER
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Bérénice Hebenstreit gibt den Frauen in „Der zerbrochne Krug“ mehr Spielraum. Gut so!

Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ beginnt – zumindest im Erstdruck von 1811 – mit einem Knalleffekt. Der derangierte Dorfrichter Adam versucht seinem Schreiber Licht zu erklären, warum er so arg zugerichtet sei: Beim Aufstehen gestrauchelt und gegen den Ofen gestürzt, ein Ziegenbock sei auch im Weg gewesen. Von Anfang an verstrickt Adam sich in Widersprüche. Er will verbergen, was er in der Nacht zuvor tat. Licht aber sagt hellsichtig bereits in dieser ersten Szene, worum es geht; um den ersten „Adamsfall, den ihr aus einem Bette hinaus getan“.

Zu solche kapitalem Sturz gehört natürlich eine Eve. Adam wollte sie erpressen, gar nicht einvernehmlich, am Ende mit Gewalt. Sie hingegen wollte nur ihren Verlobten Ruprecht vor dem Militär bewahren. Der müsse nicht zum oft tödlichen Einsatz in Übersee, hatte der Richter versprochen und ging, Hilfe anbietend, mit Eve in ihre Kammer. Ruprecht entdeckte ihn dabei und erschlug ihn fast. Mit Mühe entkam Adam, ein symbolträchtiger Krug von Eves Mutter, Marthe, ging dabei zu Bruch. Ersatz fordert sie vor Gericht. Pech für Adam, dass es just zu dieser Stunde Gerichtsrat Walter inspiziert. Dem ist bald klar, dass etwas verschleiert werden soll.