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Literatur

Müssen Texte von Philip Roth bald brennen?

Author Philip Roth poses in New York
Seine Biografie sollte keine „Geschichte seines Penis“ werden, sagte Philip Roth einmal. Auch deswegen verfügte er die Vernichtung privater Dokumente nach dem Erscheinen seiner offiziellen Biografie. Nun ist es so weit.(c) REUTERS (ERIC THAYER)
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Auf den Streit um die Biografie des verstorbenen großen US-Autors folgt jener um seinen Nachlass: Vieles könnte demnächst verbrannt werden. Auch im Licht von #MeToo ist der Fall brisant.

Man könnte sich das wirklich als feinen Plot vorstellen, in einem Roman von Philip Roth: Ein Autor will kontrollieren, wie die Nachwelt über sein Leben schreibt, er möchte nicht, dass seine Biografie die „Geschichte seines Penis“, sprich: eine Geschichte seiner sexuellen Obsessionen und seines Verhaltens gegenüber Frauen (das im Licht von #MeToo durchaus prädestiniert für eine damnatio memoriae erscheint). Endlich findet der Autor also einen geeigneten Biografen, arbeitet mit ihm, glaubt, die Sache geregelt zu haben, stirbt – und was passiert? #MeToo-Proteste führen dazu, dass die offizielle Biografie nicht ausgeliefert wird. Doch nicht etwa wegen der sexuellen Vergangenheit des Autors, sondern wegen Missbrauchsvorwürfen gegen den Biografen.