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Ausflugsziel

Auf Kurzurlaub im Klostergarten

Olga Wolf hat 2019 die Orchideenausstellung organisiert und freut sich bei den Gartentagen besonders auf die Rosen.Valerie Voithofer
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Der märchenhafte Garten hinter der klassizistischen Orangerie dient meist nur den Chorherren als Erholungsraum. Ab Fronleichnam öffnet er für die „Gartentage“ bei freiem Eintritt.

Klosterneuburg. Dort, wo sich der Legende nach einst der Brautschleier der Gemahlin von Leopold III. im Holunderstrauch verfangen hat, wurde im Jahr 1114 das Stift Klosterneuburg gegründet. Seinen Konventgarten zeigt es der Öffentlichkeit nur zu besonderen Anlässen: Weil die internationale Orchideenausstellung coronabedingt ausfällt, finden vom 3. bis 6. Juni die Gartentage statt.

Es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub: Ein japanisches Teehaus über dem Koikarpfenteich, ein Bambuswald und ein Springbrunnen, rundherum riesige Bäume aus dem 19. Jahrhundert und verschiedenste Blumen lassen der Fantasie freien Lauf, hie und da hüpft ein Eichhörchen vorbei, und Dachse gibt es auch. „Manchmal fällt ein Eichhörnchen aus dem Nest. Die Tierhilfe in der Nähe päppelt es dann auf und wir lassen es wieder frei“, erzählt Gärtnerin Daniela Boitan bei einem Rundgang zwischen den Palmen, Platanen, Fichten, Dahlien, Begonien und Rosen. Im 14.000 Quadratmeter großen Konventgarten wächst alles, was für die Kirche wichtig ist, wie Buchs, Lorbeer oder Palmen für Ostern. „Wir dekorieren das Stift mit unseren Kränzen, manchmal gibt's ein schönes Blumenstöckchen für die Augustiner-Chorherren“, so Boitan.

Zuhause für Exoten und Tiere

Einige der grünen Schönheiten stammen von den Nachbarn ab: Wenn Oleander oder Kakteen daheim zu groß werden, freut sich der Konventgarten über Spenden. So sind inzwischen schon einige exotische Pflanzen im Stift Klosterneuburg beheimatet: Der Ginkgobaum schlägt schon seit über 300 Jahren Wurzeln hier und trägt (ungenießbare) Früchte. Da die Gärtner kein Schneckenkorn oder sonstige Schädlingsgifte verwenden, richtet sich die Bepflanzung im englischen Garten nach der Umgebung. „Die Natur ist unser Lehrer“, sagt Boitan. „Im Winter habe ich sogar eines der seltenen Goldhähnchen entdeckt – der Vogel ist winzig, er wiegt nur so viel wie ein A4-Blatt.“