Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Theater

Burgtheater: Klotzen nach der Covid-Krise

Die Proben für Peter Handkes Szene "Zdeněk Adamec" unter der Regie von Frank Castorf haben bereits begonnen. Im Bild (von links): Mehmet Ateşçi, Mavie Hörbiger, Florian Teichtmeister, Marie-Luise Stockinger, Franz Pätzold, Marcel Heuperman und Hanna Hilsdorf
Die Proben für Peter Handkes Szene "Zdeněk Adamec" unter der Regie von Frank Castorf haben bereits begonnen. Im Bild (von links): Mehmet Ateşçi, Mavie Hörbiger, Florian Teichtmeister, Marie-Luise Stockinger, Franz Pätzold, Marcel Heuperman und Hanna Hilsdorf(c) Matthias Horn
  • Drucken

Spielplan: Nach einem verhaltenen Start verspricht das Programmbuch für 2021/22 auf 208 Seiten bisher ungekannte Opulenz – mit einer Fülle an Ur- und Erstaufführungen.

Frohgemut darüber, dass es nach der Coronapandemie endlich wieder richtig losgehe, präsentierte das Leitungsteam des Burgtheaters am Dienstag auf seiner Probebühne im Wiener Arsenal das Programm für die kommende Saison, im Bühnenbild von „Maria Stuart“, die bereits geprobt wird – großflächige Platten, bei denen Kupferrot von Grünspan überwuchert wird. Keine politische Anspielung, heißt es.


Die Saison soll am 4. September beginnen. Vom „unbedingten Willen, so schnell wie möglich wieder präsent zu sein“, spricht Direktor Martin Kušej. Dafür nimmt er sich viel vor: 29 Premieren und gut vierzig ältere Produktionen sollen gespielt werden, acht Ur- sowie neun Erstaufführungen. Das Programmbuch verspricht Opulenz: 208 Seiten.

Die Empfehlungen des Hauses

Was würde die Spitze des Burgtheaters unbedingt empfehlen? „Zdeněk Adamec“, antwortet Kušej ohne Zögern auf die Frage der „Presse“. Die Szene von Peter Handke, die im Vorjahr bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt worden ist, soll am 18. September unter der Regie des einstigen Volksbühnen-Altmeisters Frank Castorf im Burgtheater Premiere haben. „Komplizen“, sagt die stellvertretende künstlerische Direktorin, Alexandra Althoff. Simon Stones Uraufführung ist am 26. September im großen Haus geplant. „Richard II.“, sagt der kaufmännische Direktor, Robert Beutler. Voraufführungen in Bregenz sowie Streams des Königsdramas von Shakespeare hat es schon im April gegeben. Der genaue Septembertermin im Burgtheater ist noch nicht publik. Regie führt ein weiterer Star – Johan Simons, der parallel zu Kušej in München Intendant war; der eine in den Kammerspielen, der andere im Residenztheater. Inzwischen leitet Simons das Schauspielhaus Bochum.


Nun schaltet sich noch einmal Kušej zu den Vorschlägen ein: Irgendjemand hätte schon „Maria Stuart“ sagen können, meint er scherzhaft zu den beiden anderen. Bei diesem klassischen Königinnen-Drama von Friedrich Schiller führt der Hausherr selbst Regie. Die Koproduktion mit den Salzburger Festspielen wurde im Vorjahr wegen Corona verschoben. Die Premiere ist am 14. August in Hallein geplant, im Burgtheater kommt es am 5. September zur Aufführung.

Jelinek, Sartre, Horváth, Handke, Poe

Saisonstart ist tags zuvor im Akademietheater, mit der österreichischen Erstaufführung eines Stücks der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek: „Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!“ Auch hier führt Castorf Regie. Kušej und Simons inszenieren für November ebenfalls eine zweite Großproduktion: der Burgtheater-Direktor Jean-Paul Sartres Existenzialisten-Klassiker „Geschlossene Gesellschaft“, der Bochumer Direktor Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“. Warum nur Männer als Tipps genannt werden, wird das Leading Team gefragt. Man habe sich auf das bezogen, was bereits geprobt werde, sagt Althoff. Für die Premieren gebe es 14 Regisseurinnen und 13 Regisseure aus zwölf Ländern. Unter ihnen ist Barbara Frey, die im Vorjahr von der Leitung des Schauspielhauses Zürich zu der Ruhr-Triennale wechselte und recht oft in Wien inszeniert. Diesmal, im Oktober, soll es im Burgtheater „Der Untergang des Hauses Usher“ nach Edgar Allan Poe sein.

An Novitäten sind im Akademietheater zudem „Moskitos“ von Lucy Kirkwood (Oktober), das Familienstück „Zoes sonderbare Reise durch die Zeit“ von Jimmy Osborne (November), „Die Schwerkraft der Verhältnisse“ von Marianne Fritz (Dezember), „Reich des Todes“ von Rainald Goetz (Jänner) sowie „Am Ende Licht“ von Simon Stone (Februar) geplant. Im Burgtheater „Die Ärztin“ von Robert Icke (Dezember) und „Cyrano de Bergerac“ von Martin Crimp (Februar). Zudem gibt es eine Fülle Brandneues im Vestibül und im Kasino, mit meist auffällig jungen Theatermachern. Das Burgtheater wirbt heftig um junges Publikum. „Wir sehen uns als Haus der Literatur, der Dramatik, und schätzen diese Vielfalt und Auseinandersetzung“, so der Direktor.

Martin Kušejs dritte Saison

Das Burgtheater plant für 2021/22 auf seinen vier Bühnen (Haupthaus, Akademietheater, Kasino und Vestibül) 29 Premieren, von Schiller bis Jelinek, von Shakespeare bis Handke. 14 Regisseurinnen und 13 Regisseure aus zwölf Ländern inszenieren – unter anderem acht Ur- und neun Erstaufführungen.

Näheres zum Programm unter www.burgtheater.at