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Der Kampf gegen das Korallensterben

(c) Getty Images/iStockphoto (Gerald Robert Fischer)
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Zusammenfassung der Lage an den Riffs: Der Kampf gegen das Korallensterben, eine komplexe Sache.

Das Meereswasser wird wärmer und sauerstoffärmer   am australischen Great Barrier Reef ebenso wie im Südpazifik. Erhöhte Wassertemperatur  zerstört ein Protein der Korallen und verunmöglicht dadurch ihre Fotosynthese. Sie bleichen, sterben ab, die Riffe erodieren, und Fischarten verschwinden, wenn ihr natürlicher Lebensraum abstirbt   die lokale Fischerei kollabiert.

Die große Gewinnlerspezies des neuen Ungleichgewichts im Meer ist der bis zu 80 Zentimeter große Dornkronenseestern, der auch für Menschen wegen  seiner giftigen Stachel eine Gefahr darstellt. Er stülpt sich über Steinkorallen, saugt sie aus, lässt ihre Skelette übrig. Selbst vermehrt er sich hervorragend. Denn Düngemittel im Wasser regen zu vermehrtem Algenwuchs an, und Algen sind das ideale Futter für die Larven des Dornkronenseesterns, der jährlich bis zu 50 Millionen von ihnen erzeugen kann.

Die Krankheit der Ozeane hat viele Gesichter, unter anderem menschengefährdende Vibrio-Bakterien im Mittelmeer, eine Kalkalgenkrankheit auf den Cook-Inseln, Schimmelpilze in der Karibik. In Vanuatu gehen lokale Taucher mittlerweile mit 10-ml-Essig-Giftspritzen gegen den Fressansturm des Seesterns vor. Zwar haben sie 2014 nach einer Dornkronenseestern-Invasion den Krieg gegen die Spezies gewonnen. Doch nun ist der "Feind" wieder auf dem Vormarsch. Die Politik ist nicht völlig hilflos. Der Vanuatuer "National Sustainable Development Plan 2016 2030" setzt auf Bewusstseinsbildung der Küstenbewohner und hat (neben Aufräumkampagnen für Plastik oder dem Markieren von  Meeresschildkröten) konkrete Ziele  festgelegt, denen der kleine Inselstaat mit dem großen Umweltministerium sukzessive näherkommt.

Australien setzt in seinen 2300 Kilometer langen Riffen neuerdings eine natürliche Waffe gegen den Dornkronenseestern ein, einen seiner wenigen Fressfeinde, die Tritonshornschnecke, Lieblingsspeise: Stachelhäuter. Leider ist ihre Aufzucht kompliziert. In zwei Jahren züchtete das wichtigste Labor des  Landes acht erwachsene Schnecken. Das Projekt wird mittlerweile von der Regierung gefördert.