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Covid-19

"Jede Impfung zählt": Rendi-Wagner fordert Impfstoff-Bundesagentur

Eine neue Bundesagentur für Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention könnte etwa durch gezielte Forschungsunterstützung helfen, so die SPÖ-Chefin.
Eine neue Bundesagentur für Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention könnte etwa durch gezielte Forschungsunterstützung helfen, so die SPÖ-Chefin.APA/HELMUT FOHRINGER
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Die SPÖ verlangt eine Erhöhung des Impftempos. Jugendliche ab zwölf müssten bis spätestens Anfang August ein Impfangebot bekommen, damit ein sicherer Schulanfang im Herbst möglich sei.

Die SPÖ verlangt eine Erhöhung des Impftempos sowie die Schaffung einer neuen Bundesagentur für Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention. "Jede einzelne Impfung zählt", so Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Jugendliche ab zwölf müssten außerdem bis spätestens Anfang August ein Impfangebot bekommen, um einen sicheren Schulbetrieb im Herbst zu ermöglichen.

"Diese Pandemie ist noch nicht vorbei", betonte Rendi-Wagner. Man müsse weiter vorsichtig bleiben und das Infektionsgeschehen sowie mögliche neue Varianten und Mutationen des Virus genau zu evaluieren. "Da darf sich kein Schlendrian einschleichen." Deshalb müsse es auch weiterhin ein kostenfreies und flächendeckendes Testangebot geben - einerseits für jene rund 20 Prozent, die etwa aufgrund ihres Alters nicht geimpft werden können oder etwa wegen einer Immunschwäche keinen Impfschutz entwickeln können. Andererseits brauche es auch einen Blick auf das Infektionsgeschehen sowie die Verbreitung von Varianten.

Tausende schauen beim Impfen „durch die Finger"

Beim Impfen würden derzeit rund 650.000 Menschen durch die Finger schauen, weil sie sich auf das Versprechen des Kanzlers einer Erstimpfung bis Ende Juni verlassen haben, meinte die SPÖ-Chefin. "Dieses Versprechen wäre einhaltbar, wenn die Zahl der Impfungen von 70.000 auf 120.000 pro Tag erhöht wird." Den Einwand von Impfstoffengpässen ließ sie nicht gelten: Die Regierung hätte einerseits vor Monaten die Option auf zusätzliche Impfstoffe verstreichen lassen. Und seither sei Zeit gewesen, sich über neue Verträge Gedanken zu machen und etwa Überschüsse aus anderen Staaten aufzukaufen. "Außer der Sputnik-Idee habe ich aber nicht viel gehört."

Auch Kinder und Jugendliche in Impfplan aufgenommen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte die Impfverzögerung am Dienstagnachmittag allerdings nicht mit Impfstoffengpässen begründet, sondern damit, dass die Impfbereitschaft gestiegen sowie die Altersgruppe der impfbaren Bevölkerung auf zwölf Jahre gesenkt wurde und nun auch Schwangere immunisiert werden können. Die Erweiterung um die Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen im Covid-19-Impfplan ist am Mittwoch auch im Ministerrat beschlossen worden. Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren sollen über den Sommer breitflächig gegen das Coronavirus geimpft werden.

Nunmehr sprach die Regierung also von fünf Millionen Erstimpfungen in Österreich bis Monatsende. Denn dass alle, die sich impfen lassen wollen, die Immunisierung noch im Juni erhalten sollen, wird sich in den meisten Bundesländern nicht ausgehen, wie zuvor ein Rundruf ergeben hatte.

In Nichtkrisenzeiten auf Krisen vorbereiten

Langfristig müsse sich Österreich für die nächste Pandemie wappnen, meinte Rendi-Wagner. Außer in Krisenzeiten sei die Beforschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen für die Pharmaindustrie unattraktiv. Diese werde erst dann aktiv, wenn die Krise schon da sei - und dabei gehe wertvolle Zeit verloren.

"Diese Zeit sollten wir dem Virus nicht geben, indem wir uns in Nichtkrisenzeiten besser darauf vorbereiten", so die SPÖ-Chefin. Hier sei der Staat gefragt: Eine neue Bundesagentur für Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention könnte etwa durch gezielte Forschungsunterstützung helfen. Diese Stelle solle wie eine Entwicklungsabteilung eines Pharmakonzerns arbeiten - allerdings nicht mit wirtschaftlichen Interessen, sondern der öffentlichen Gesundheit im Vordergrund.

(APA)