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Staatsoper

Die Staatsoper 2021/22: Erneuerte Klassiker und das Debüt der Bartoli

Die Wiener Staatsopersin
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Kommende Spielzeit werden erneut einige Inszenierungs-Klassiker durch Neuproduktionen ersetzt. Carreras und Domingo verabschieden sich, Cecilia Bartoli feiert mit einem Gastspiel ihrer monegassischen Truppe ihr Hausdebüt.

Mit einer musikalischen Präsentation stellte Staatsoperndirektor Bogdan Roscic am Fronleichnamstag im Haus am Ring seinen Spielplan für die Saison 2021/22 vor.  Fünf Opernpremieren stehen auf dem Programm. Die Saison wird eingerahmt von Rossini-Vorstellungen: Die erste Neuinszenierung gilt - nach mehr als einem halben Jahrhundert - dem „Barbier von Sevilla“. Die beliebte Rennert-Produktion weicht einer Neudeutung des Werks durch Herbert Fritsch, der, so der Direktor, „ein Spezialist für körperlich virtuose Komik“ ist. Entsprechend gefordert wird das Sängerteam mit Marianne Crebassa und Juan Diego Flórez unter Michele Mariotti sein. Den Figaro gibt Davide Luciano.

Bartolis Debüt

Den Ausklang der Saison markiert dann ein bis in den Juli reichendes Gastspiel des Opernensembles von Monte Carlo, das seit kurzem unter der Leitung von Cecilia Bartoli steht. Die Primadonna absolviert mit Aufführungen der „Cenerentola“, „Turco in Italia“ und einer Rossini-Gala ihren Einstand in der Staatsoper feiern.

Neuer Da-Ponte-Zyklus

Im Dezember beginnt der neue Da-Ponte-Zyklus, den Musikdirektor Philippe Jordan mit Barrie Kosky und einem jungen Sängerteam erarbeiten. Man startet mit „Don Giovanni“. Der Titelheld heißt Kyle Ketelsen. „Figaro“ folgt während der Saison noch einmal in der jüngst wiederaufgenommenen Ponnelle-Produktion. Von Mozart gibt es im Repertoire außerdem die Neuenfels-„Entführung“ und die „Zauberflöte“.

Mit einem von Simon Stone inszenierten „Wozzeck“ beginnt der avisierte Schwerpunkt von Werken die die Musikgeschichte verändert haben. Philippe Jordan dirigiert, Christian Gerhaher singt an der Seite von Anja Kampe (Marie). Premiere ist am 21. März 2022. Das Repertoire der musikalischen Moderne ist im Spielplan des weiteren mit einer Wiederaufnahme von Brittens „Peter Grimes“ vertreten (mit Jonas Kaufmann und Bryn Terfel am 26. Jänner) sowie mit Korngolds „Toter Stadt“.

„Tristan“ von Calixto Bieito

Am 14. April folgt Wagners „Tristan und Isolde“, inszeniert von Calixto Bieito, wiederum von Jordan dirigiert, mit Andreas Schager und Martina Serafin. Wagners „Ring“ kehrt  im Mai in zwei Serien unter Axel Kober zurück, Nina Stemme ist die Brünnhilde, neu für Wien der Siegfried von Michael Weinius und der Wotan von John Lundgren.  Wieder aufgenommen wird schon im November Christine Mielitz Inszenierung des „Fliegenden Holländer“ unter Bertrand de Billy mit Bryn Terfel in der Titelpartie.

Der Premierenreigen schließt im Juni mit Monteverdis „Orfeo“, inszeniert von Tom Morris, wieder mit dem Concentus musicus unter Pablo Heras-Casado Georg Nigl ist der Orpheus, Slavka Zámečníková  die Eurydike.

Carreras, Domingo: Abschiede

Endgültig verabschieden wird sich kommende Saison Placido Domingo - diesmal vor Publikum und an der Seite von Anna Netrebko, die in der „Nabucco“-Serie erstmals in Wien die Abigail singen wird. Einen Abschiedsabend gibt es auch für José Carreras, der am 14. September selbst singen wird und Stars wie Elina Garanca mit auf die Bühne bittet. Die Garanca singt nächstes Jahr erstmals die Fürstin von Bouillon an der Seite von Ermonela Jaho und Brian Jagde in einer Aufführungsserie von Cileas „Adriana Lecouvreur“.

Millionenpublikum via Stream

Eine vorläufige Bilanz der Corona-Saison sieht die Staatsoper vor heftigen finanziellen Ausfällen. Dass alle Premierenprojekte durchgezogen werden konnten, sicherte dem Haus einerseits via Stream und TV ein Millionenpublikum und  war aus organisatorischen Gründen unumgänglich: Die Produktionen braucht die Direktion für die Planungen, die bis 2024/25 im wesentlichen feststehen.

Erstmals ausgefallen ist das seit langem geplante Gastspiel der Staatsoper in Japan. Es war längst ausverhandelt, Riccardo Muti hätte Mozart dirigiert Philippe Jordan den „Rosenkavalier“ und ein Wagner-Konzert. Doch diese Reise mussten die  Gastgeber aus nachvollziehbaren Gründen absagen.

Wieder Oper im Abo

Nichts ändern wird sich an den Eintrittspreisen, allerdings wird das Gefüge der Preisgruppen verändert, wie die kaufmännische Geschäftsführerin, Petra Bohuslav, betonte. Man hat die Plätze mit schlechter Sicht evaluiert und billiger gemacht, anderswo dafür die Preise leicht angehoben.

Ein Abonnement wird es wieder geben, leicht reduziert, dafür auch verbilligt. Einen großen Teil der Stammkunden konnte ein Angebot gemacht werden.

Jugend-Aktivitäten

Verstärkt werden die Aktionen für die Jugend. Die heuer entfallene Premiere der „Entführung ins Zauberreich“ wird nachgeholt. Ein Club für jugendliche Interessenten ist längst aktiv und baut seine Angebot inklusive Backstage-Besuchen und einem eigenen Podcast ständig aus.

Roscic und Bohuslav träumen davon, dass letztendlich „jeder Österreicher zumindest einmal im Leben in der Staatsoper gewesen sein sollte“, und sei es auch nur anlässlich einer Führung durchs Haus.

Aus für die Riesenleinwand

Der Kartenvorverkauf für die Saison 2021/22 beginnt am 8. Juni um 14 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt können Eintrittskarten  für September und Oktober gekauft und Bestellungen für die folgenden Monate abgegeben werden.

Nicht mehr geben wird es die Riesenleinwand auf dem Herbert von Karajan Platz. Stattdessen hat die Stadt Wien allerdings die Genehmigung erteilt, die  „Macbeth“-Premiere mit Anna Netrebko am 10. Juni in einer Klangwolke über die Innenstadt zu übertragen.

Staatsoper am Rathausplatz

Außerdem wird der Rathausplatz als Streaming-Schauplatz zur Verfügung stehen. Die TV-Übertragungen aus dem Haus am Ring in ORFIII werden in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt.