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Kunstlicht

Die Wiener Lemuren werden uns nichts mehr raunen

Ade, ihr Wiener West-Lemuren auf der Stubenbrücke
Ade, ihr Wiener West-Lemuren auf der StubenbrückePeter Kainz/MAK
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Franz Wests vier Skulpturen auf der Stubenbrücke werden abtransportiert, sie waren eine Leihgabe. Traurig. Aber es eröffnet Platz für Neues.

Immer, wenn man die Stubenbrücke über den Wienfluss nahm, wenn man von diesem seltsam abgeschiedenen dritten Bezirk den schmalen Übergang in den Ersten gefunden hatte (oder umgekehrt), glaubte man sie zischeln und raunen zu hören, aus allen Himmelsrichtungen: Mit den vier larvenhaften „Lemuren“-Köpfen hat Franz West hier den Wienern, wie er selbst einer war, aus purer lakonischer Boshaftigkeit ihr Denkmal gesetzt. Seit 20 Jahren war man gewohnt, ihnen flüchtig, aber ehrfürchtig zuzunicken. Manchmal, wenn starker Wind sie auf ihren Metallstäben drehte, verfolgten sie uns Vorbeieilende sogar ganz sachte mit ihren gerümpften Nasen.