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Trend

Männer, die neuen Zugpferde am Beautymarkt

(c) imago/Ikon Images (Veronica Grech)
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Das Männersegment am Beautymarkt verzeichnet weiterhin ein schnelles Wachstum. Welche Kategorien schneiden am besten ab und wie unterscheiden sich männliche Konsumenten von weiblichen?

Die Rechnung ist einfach: Beautymarken können ihre Kundenbasis verdoppeln, wenn sie nicht nur Frauen, sondern auch Männer ansprechen. Und diese Idee geht auf, Unisex-Beautymarken und jene für Männer haben ein großes Wachstum erlebt. Grund dafür seien nicht nur soziokulturelle Änderungen, sondern auch die Auswirkungen des Lockdowns, in denen der Fokus mehr auf Self-Care gerichtet wurde, wie "Vogue Business" schreibt.

Die Ansicht, dass Hautpflege nur Frauensache ist, sei demnach längst überholt. Wobei es auch kulturelle Unterschiede gibt, die sich vor allem deutlich im Bereich des Männer-Make-ups zeigen. Durch K-Pop-Bands sei das Schminken bei Männern in Südkorea etwa sozial viel akzeptierter, als in westlichen Ländern. Und auch in China ist ein Wachstumsmarkt zu erkennen. Denn hier wird oftmals ein ungepflegtes Äußeres mit weniger Erfolgschancen im sozialen, romantischen und auch beruflichen Bereich gleichgesetzt.

Bereits etablierte Marken wollen sich den neu entdecken Markt natürlich nicht wegnehmen lassen. Shiseido Men, eine Linie, die es bereits vor 19 Jahren gab, bringt die Männerpflege nun wieder auf den Markt. Chanel, eine Marke, die bereits 2018 die Männer-Make-up-Linie Boy de Chanel launchte, nimmt eine Art Vorreiterrolle ein. Sie hat neue Produkte zur Kollektion hinzugefügt, um auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren.

Online-Einkauf und Schulungen

Doch wie spricht man männliche Beautykunden richtig an und wie erreicht man sie wirklich? Wenn es nach Brancheninsidern geht, bevorzugen Männer den digitalen Einkauf von Beautyprodukten, sie würden sich in Kaufhäusern und Parfümerien schnell überfordert fühlen. Auch in diesem Bereich kamen die Lockdowns, in denen allgemein viel mehr online eingekauft wurde, dem Trend entgegen.

Da viele Männer in Sachen Wissen über die richtige Pflege und Co. Nachholbedarf haben, machen sich die Marken daran, den neuen Kundenstamm aufzuklären. Die Marke Ceylon, die 2018 von US-Diplomat Patrick Boateng gegründet wurde und jedes Quartal eine zweistellige Wachstumsrate aufweisen kann, ist etwa auf den Apps Clubhouse und Spotify aktiv. In der Serie "City Boy Group Chat" gibt es für Männer Nachhilfe in Sachen Hautpflege. Bei Dr. David Jack Skincare hält der Gründer der Marke regelmäßig IGTV Livevideos auf Instagram ab, um Fragen der Follower zu beantworten oder vorzuführen, wie man verschiedene Produkte richtig anwendet.

Bei Männern gefragt sei außerdem Einfachheit und eine praktische Komponente. Das könnte auch erklären, warum sich Gesichtspflege-Sets und Beauty-Abomodelle großer Beliebtheit erfreuen. Um erfolgreich zu sein, muss eine Marke aber nicht dezidiert nur für Männer sein. Auch der Unisex-Ansatz ist zeitgemäß und gefragt. Simple Verpackungen und eine genderneutrale Sprache würden zu den Erfolgsgaranten gehören.

>>> „Vogue Business"

 

(chrile)