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Neuauflage. Studierende in der Herbststraßen-Meisterklasse ließen sich von historischen Porträts inspirieren.
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Historische Mode

Die Machtkleider der Habsburger

Eine Sonderausstellung auf Schloss Ambras führt auf den Wegen der Mode durch die Gemäldegalerie der Habsburger: Ein niederschwellig angelegtes Experiment.

Es gehört zu den Besonderheiten der Ausstellungs- und Museumslandschaft des Landes, dass alle an Mode Interessierten sich fürwahr nicht über eine zu große Fülle des auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angebots beklagen können. Die Kritik ist bekannt, das macht sie nicht weniger wahr. Umso herausragender, aus kostümkundlicher oder auch bloß modeaffiner Perspektive, sind die Optionen, die sich vereinzelt auftun – und zwar häufig genug an Orten, wo man sie gar nicht vermutet hätte. Modefotografie (aktuell Elfie Semotan im Kunsthaus Wien), überraschende Ausstellungsübernahmen („The Vulgar“ des Barbican Centre im Winterpalais des Belvedere 2017), nischige Lokalpositionen (die Sammlung von Katarina Noever im Wien Museum) – und nun also, ein in mehrfachem Sinne historischer Paukenschlag, drei Jahrhunderte Kostümgeschichte, chronologisch entlang der Habsburger Por­trätgalerie entrollt.

„Die Kleidung der Porträts unterlag dem Diktat der Mode.“

Diese wurde 1976 als temporäre Sonderausstellung auf Schloss Ambras in Innsbruck, einer Dependance des Wiener Kunsthistorischen Museums, eingerichtet und avancierte seitdem zu einem Fixpunkt im „ältesten Museum der Welt“, zurückgehend auf die Sammlertätigkeit von Erzherzog Ferdinand II., wie man selbstbewusst unterstreicht. Das Format „Mode schauen“ soll Besucherinnen und Besucher nun recht niederschwellig abholen, die Gemälde um eine dreidimensionale Exponatebene erweitern – und durch eine Zusammenarbeit mit jungen Modeschaffenden den Bogen bis in die Gegenwart spannen.