USA/Großbritannien

Die nicht mehr ganz so besondere „Special Relationship“

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Vor dem G7-Gipfel muss der britische Premier, Boris Johnson, mit US-Präsident Joe Biden erst Schönwetter machen.

Viel weiter hätte Boris Johnson seinem hohen Gast nicht entgegenkommen können. Der britische Premier empfängt US-Präsident Joe Biden am äußersten südwestlichen Zipfel seines Landes, im Hafenstädtchen Carbis Bay im idyllischen Cornwall, fast 500 Kilometer näher zu Washington als sein Amtssitz in London. Dahinter ist gleich der Atlantik. So viel Zuvorkommen kann nicht unerwidert bleiben: Noch vor seiner Abreise am Mittwoch versprach Biden, er wolle bei seinem bilateralen Treffen mit Johnson vor dem G7-Gipfel am Wochenende die „special relationship“ („besondere Beziehung“) zwischen den USA und Großbritannien „erneuern und aufwerten“.

Die Grußbotschaft wurde in London wohl gehört, allein, sie stieß nicht auf ungeteilte Freude. Johnson schätze den Begriff „special relationship“ nicht sehr, erklärte ein Regierungssprecher säuerlich. Der Ausdruck lasse Großbritannien „bedürftig und schwach“ erscheinen, habe Johnson gegenüber Biden bereits angemerkt. „In keiner Weise schmälert das aber die Wichtigkeit unserer Beziehungen mit den USA, unserem wichtigsten Verbündeten“, beeilte sich der Sprecher hinzuzufügen.

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