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Sängerin Violetta Parisini hat auch Philosophie studiert.
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Wellenklaenge Festival

Violetta Parisini: "Meine Identität hat sich stark verändert, seit ich Kinder habe"

Mit eindringlicher Stimme demontiert die Singer-Songwriterin Violetta Parisini die hohen Ansprüche unserer Leistungsgesellschaft.

Man braucht ein Haus am See, man braucht eine Wohnung mit Blick über die Dächer, ach ach, ach und ächer“, stöhnt Violetta Parisini in ihrem Song „Mehr sein“. „Ich kann nicht mehr . . . mehr sein, als ich will“, heißt es weiter. Das Lied, das im Eröffungskonzert des Wellenklaenge Festivals in Lunz am See zu hören sein wird, entstand in der Zeit, als Parisinis erste Tochter ein Baby war und die Sängerin mit allem überfordert. Vor allem von ihren eigenen Ansprüchen. „Ich konnte mich lange Zeit nur um das Unmittelbare kümmern. Essen, Trinken, Schlafen, Wickeln, Stillen, Füttern, Waschen, Zähneputzen, Schlafen, so viel schlafen, wie’s nur geht. (. . .) Lieder schreiben schien unmöglich. Nicht einmal mehr eine verlässliche Freundin war ich. Ich hatte das Gefühl, auf den meisten Ebenen meines Lebens zu versagen. Im Hintergrund brodelte die Sorge, nichts wert zu sein, solang ich es nicht bewiesen habe“, schreibt die Sängerin auf ihrem Blog. Was ihr dann half, war der Blick in den Nachthimmel. „Meine Kleinheit beruhigt mich“, geht der Song weiter. Der Blick in die Sterne habe vieles relativiert, so die Singer-Songwriterin. „Im Angesicht der Unendlichkeit sind alle meine Sorgen und hohen Ansprüche an mich selbst plötzlich ganz klein.“