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Geldpolitik

EZB lässt Leitzins bei null Prozent

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APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Die Europäische Zentralbank lässt ihre Geldschleusen trotz anziehender Inflation und der sich abschwächenden Pandemie weiterhin offen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz einer sich abschwächenden Pandemie und steigender Inflationszahlen an ihren umfangreichen Konjunkturhilfen für die Wirtschaft fest. Die Euro-Wächter um Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde beschlossen am Donnerstag, dass die Ankäufe im Rahmen ihres billionenschweren Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP weiter deutlich umfangreicher ausfallen sollen als zu Jahresbeginn. Die Notenbank hatte das Tempo der Käufe im Frühjahr im Vergleich zu den Anfangsmonaten des Jahres deutlich erhöht. Die Währungshüter wollen vermeiden, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Firmen, Staaten und Privathaushalte verschärfen. Denn das könnte die Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen gefährden.

Ihren Leitzins zur Versorgung der Wirtschaft mit Geld beließen die Euro-Wächter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Seit März 2016 liegt er bereits auf diesem Niveau. Der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Geldhäuser müssen somit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten.

Die Währungshüter stellten zudem in Aussicht, nötigenfalls alle ihre Instrumente anzupassen. Sie sind der von der Pandemie geschwächten Wirtschaft mit diversen Stützungsmaßnahmen zur Seite gesprungen. Das im Frühjahr 2020 aufgelegte Notfall-Kaufprogramm PEPP, das Staatsanleihen, Firmenanleihen und andere Titel umfasst, wurde bereits zweimal aufgestockt. Es hat einen Kaufrahmen von 1,85 Billionen Euro und die Käufe sollen noch bis Ende März 2022 fortgesetzt werden. Zudem hat die Notenbank langfristige, sehr günstige Kreditspritzen für Banken aufgelegt, die in der Fachwelt "TLTRO" genannt werden.

Europas Währungshüter sind seit Jahren im Anti-Krisen-Modus. Die seit März 2015 laufenden anderen Kaufprogramme der Notenbank für Anleihen, mit denen die Inflation angeschoben werden soll, haben mit mehr als 3,1 Billionen Euro Ende Mai bereits ein gewaltiges Volumen erreicht.