Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Steyr-Übernahme

Investor Siegfried Wolf übernimmt MAN-Werk in Steyr

FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR
  • Drucken

Anfang April war der Investor mit seinem Übernahmeangebot gescheitert. Nun konnte mit MAN und der Belegschaft in Steyr doch noch eine Einigung erzielt werden.

Der Investor Siegfried Wolf wird doch das von der Schließung bedrohte Lkw-Werk von MAN in Steyr übernehmen. Der ehemalige Magna-Chef hat sich am Donnerstag in München mit dem Betriebsrat über sein verbessertes Angebot geeinigt, war am Nachmittag zu hören. Anfang April war der Investor noch mit seinem ersten Übernahmeangebot bei der Belegschaft abgeblitzt.

In dem nachgebesserten Angebot sollten statt 1250 nun 1400 Stellen erhalten bleiben, indem 150 Jobs über eine Forschungsgesellschaft abgesichert werden. Jene, die trotzdem vom Wegfall von 500 Jobs betroffen wären, sollen etwas besser aussteigen, als zuvor geplant. Sie sollen, wenn sie den Sozialplan annehmen, „nach dem deutschen Modell in der Nettoausgleichszahlung" gleichgestellt werden, bot Wolf an. Dank eines Altersteilzeitmodells müssten sich ältere Mitarbeiter nicht „beim Arbeitsamt anstellen". 166 Lehrstellen würden gesichert. Gehaltskürzungen, wie sie beim ersten gescheiterten Angebot vorgesehen waren, blieben freilich aufrecht.

Der MAN-CEO Andreas Tostmann bestätigte in einem sozialen Netzwerk den Deal: „Das ist eine gute Nachricht: Für Steyr, für Oberösterreich, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort - und für MAN. Das Werk in Steyr bleibt erhalten!" Die Firma WSA von Investor Siegfried Wolf werde den Standort übernehmen. Damit würden Arbeits- und Ausbildungsplätze gerettet und es gebe eine klare Zukunftsperspektive.

Maßnahmen zur Schließung „weit vorangeschritten“

Als einzige tragfähige Alternative zur Schließung sei nur der Verkauf an WSA in Frage gekommen, da darüber hinaus – trotz gegenteiliger Berichte – bis zuletzt keine weiteren Kaufinteressenten industriell schlüssige Angebote vorgelegt hätten. Damit das gelingen konnte, hätten beide Seiten aufeinander zugehen müssen. Das sei jetzt passiert. Es habe Handlungsdruck bestanden: Die Maßnahmen zur Schließung seien bereits weit vorangeschritten gewesen. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir gemeinsam die Rettung erreicht haben und das Werk unter der Führung von WSA eine echte Zukunft hat", hielt Tostmann fest.

Die gemeinsamen Pläne mit WSA sollen der großen Mehrheit der Mitarbeiter, ebenso wie den Auszubildenden, weiterhin gute und sichere Arbeitsplätze sowie Entwicklungsperspektiven bieten. Der Verkauf sei für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung. Der Vorstand habe dem Verkauf bereits Mittwochabend zugestimmt. Heute seien laut Tostmann die Unterschrift unter den Vertrag und die Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgt: „Wir werden jetzt alles dafür tun, den Standort planvoll zu übergeben."

(APA)