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WU

„Studienabbruch passiert nicht von heute auf morgen“

Viele Studienabbrüche sind ein Problem. An der Wirtschaftsuni diskutierten Expertinnen und Experten über Ursachen und darüber, was man gegen Drop-outs tun kann.

Es ist definitiv ein Problem – nicht nur für jeden einzelnen Studierenden, sondern auch für die Universitäten und letztlich für die Volkswirtschaft: Die Tatsache, dass in Österreich vergleichsweise viele Studierende ein Studium abbrechen. Woran das liegt und was man dagegen tun kann, darüber diskutierten bei „Wirtschaft Wissenschaft unplugged“ - einer Veranstaltungsreihe von „Presse“ und Wirtschaftsuniversität Wien (WU) vergangene Woche Expertinnen und Experten. Das Fazit: Es ist kompliziert. Und: Man kann schon sehr früh beginnen, dagegen zu arbeiten – mitunter schon im Kindergarten.

Die Zahlen geben jedenfalls Anlass zur Sorge, sagte Erna Nairz-Wirth, die als Leiterin der Abteilung Bildungspolitik an der Wirtschaftsuniversität zum Thema Bildungsabbruch forscht: An den Unis – wo das Problem am größten ist – haben laut Zahlen des IHS 14 Semester nach Studienbeginn 47 Prozent der Studierenden ein Bachelorstudium abgeschlossen, 17 Prozent von ihnen studieren immer noch und 36 Prozent haben abgebrochen. „Das veranlasst uns, das Problem genauer zu beleuchten.“ Die Abbrecherquote ist schon in den ersten Semestern hoch – und besonders betroffen sind nicht-traditionelle Studierende.

„Es gibt viele Einflussfaktoren"

Warum wird so häufig abgebrochen? Eine einfache Antwort auf die Frage gibt es nicht. „Studienabbruch ist ein Prozess, das passiert nicht von heute auf morgen“, so Nairz-Wirth. „Es ist ein multidimensionales Geschehen mit vielen Einflussfaktoren.“ Die Herkunft kann eine Rolle spielen – etwa, ob man der erste aus der Familie ist, der studiert -, die Persönlichkeit, die Studienbedingungen, die Vorab-Informationen über die Inhalte des Studiums oder auch Jobangebote. „Es ist auch so, dass ein Grund alleine in der Regel nicht einen Studienabbruch auslöst, sondern dass mehrere Gründe dazu führen.“

Was davor bewahren kann? Resilienz, also verkürzt gesagt die Ressourcen und Fähigkeiten, die helfen, schwierige Situationen zu bewältigen. Das gilt sowohl für die Studierenden als auch für die Uni. Auch da gibt es wieder eine Reihe von Faktoren: von der Persönlichkeit über Netzwerke bis zu hochschulischen Maßnahmen. Letztere können von Mentoringprogrammen über Studentenforschungsprojekte bis zu Übergangskursen reichen – und auch weit über die Uni hinausgehen. „Ressourcenstärkende Maßnahmen setzen ganz früh an – idealerweise schon im Kindergarten, wenn es um die Orientierung geht.“

„Erwartungen oft nicht erfüllt"

Für Gudrun Feucht von der IV ist die reflektierte Studienwahl ein zentrales Thema, um Dropouts vorzubeugen. „Die Erwartungen an ein Studium werden sehr oft nicht erfüllt wurden.“ Franziska Lessky von der AK, die an der WU Studierende der ersten Generation beforscht, betonte die Bedeutung der Vereinbarkeit. „Das Studienangebot sollte auf die Lebenswelt der Studierenden abgestimmt werden.“ Und WU-Studierendensupport-Leiter Christoph Schwarzl sieht Netzwerke und Unterstützung in Krisen als zentral an. „Die Studierenden sind uns sehr dankbar, wenn sie sehen, dass sie nicht alleine sind.“

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(beba)