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Staatsbesuch

Zeman über Nawalny:„Wir müssen andere Helden suchen“

Alexander Van der Bellen (links) und Miloš Zeman (rechts) arbeiteten in Wien an ihrer Freundschaft.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Der tschechische Präsident Miloš Zeman distanzierte sich in Wien vom inhaftierten russischen Oppositionschef Alexej Nawalny. Mit Alexander Van der Bellen war er sich vor allem über Russland einig.

Als Miloš Zeman am Donnerstagvormittag in einem Rollstuhl in die Präsidentschaftskanzlei am Ballhausplatz geschoben wurde, waren seine Hände noch zu ungelenk, um sich selbst die FFP2-Maske aufzusetzen. Doch eine Stunde später zeigte der 76-jährige tschechische Staatspräsident, dass in seinem Körper ein wacher Geist steckt. Funkelnde Augen, ein gewinnendes Lächeln und ein paar Ansagen, die Zemans Ruf als einer der umstrittensten, provokantesten, aber vielleicht auch gewitztesten politischen Polterer Europas begründen.

Eine Kostprobe: Die Ibiza-Affäre, nach der in Österreich die Regierung zurücktrat? „Das ist Schaum der Tage und interessiert mich nur wenig“, sagte er laut der Übersetzung der Simultandolmetscherin. Eine weitere: Die Einladung des einstigen FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer mitten im Wahlkampf 2016 auf die Prager Burg? Er habe von Hofers Paragleiter-Unfall gehört und weil er zwei Jahre zuvor selbst wegen einer Knieverletzung im Rollstuhl saß, habe er damals eben eine Sympathie für den am Stock gehenden Österreicher entwickelt.