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Äthiopien

UNO: 350.000 in Äthiopien akut vom Hungertod bedroht

APA/AFP/EDUARDO SOTERAS
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Menschen in der Konfliktregion Tigray lebten in "katastrophalen Zuständen“, waren die Vereinten Nationen.

Angesichts Hunderttausender vom Hungertod bedrohter Menschen in Äthiopien haben mehrere UNO-Agenturen Alarm geschlagen. Einem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen zufolge leben mehr als 350.000 Menschen in der nördlichen Region Tigray in "katastrophalen Zuständen" - die höchste Stufe (5) einer internen Kategorisierung zur Nahrungsmittel-Unsicherheit.

Dies sei die größte Zahl an Betroffenen in einem einzelnen Land seit einem Jahrzehnt, teilten die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, das Welternährungsprogramm und das Kinderhilfswerk Unicef mit.

Außerdem befinden sich demnach zwei Millionen Menschen in der Notfallstufe 4 "und könnten ohne dringende Maßnahmen schnell den Hungertod sterben". Die UNO-Agenturen machten klar, dass sie bereit stünden, um den Hunger in Äthiopien zu bekämpfen und die humanitäre Hilfe aufzustocken - allerdings müsse dafür der Zugang ins umkämpfte Tigray gewährleistet sein.

„In bestimmten Gebieten Hungersnot schon in Gange"

Die amerikanische UNO-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield sagte am Donnerstag in New York: "In bestimmten Gebieten ist eine Hungersnot möglicherweise schon im Gange, die das Leben von Hunderttausenden bedroht. Es ist unanständig." In einer gemeinsamen Erklärung mit den USA rief die Europäische Union alle Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Humanitären Hilfsorganisationen solle sofort sicherer Zugang zu allen Teilen Tigrays gewährt werden, um eine Hungerkatastrophe zu vermeiden, hieß es weiter.

Der äthiopische Außenminister Demeke Mekonnen zeigte sich unbeeindruckt und wies den UNO-Bericht als Desinformation zurück. Mekonnen verwies auf Bemühungen der äthiopischen Regierung, wieder "Normalität" in Tigray einkehren zu lassen.

Hintergrund ist ein Konflikt, der im November eskaliert war. Die äthiopische Regierung hatte eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die Kämpfe im Norden Äthiopiens verwandelten sich bald in einen komplexen Konflikt, in den auch das Nachbarland Eritrea verwickelt ist. Der andauernde Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und große Zerstörung angerichtet.

(APA)