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Pizzicato

Barfuß beim Barbecue

Von Winston Churchill geht die Fama, er habe Franklin D. Roosevelt zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Gästezimmer des Weißen Hauses nicht mit Zigarre empfangen, sondern splitterfasernackt.

Das kam so: Churchill stieg gerade aus dem Bad, als Roosevelt eintreten wollte, um flugs kehrtzumachen. Woraufhin Churchill, der Sohn einer Amerikanerin, ganz unprüde sagte: „Der Premierminister Großbritanniens hat vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nichts zu verbergen.“

Dies wäre auch Boris Johnson, dem gebürtigen New Yorker, zuzutrauen. Beim G7-Gipfel in Cornwall verspürte der Churchill-Epigone an der Atlantikküste eine frische Brise bei den Bidens. Dass die amerikanische First Lady einen Blazer mit dem Aufdruck „Love“ für ihren ersten Auftritt in Europa wählte, war Teil einer gegenseitigen Charmeoffensive. „Love-in“, titelte die Londoner „Daily Mail“. Die Aufmacherfotos zeigen, wie Jill Biden und Carrie Johnson im eisigen Atlantik waten und mit Wilfred, dem einjährigen Lockenkopf der Johnsons, spielen. Undenkbar mit einer Melania Trump, berühmt für ihr modisches Statement: „I really don't care, do u?“

Am Strand richten die Johnsons am Wochenende ein Barbecue für die Gäste aus. Es empfiehlt sich, nicht völlig blankzuziehen wie Sir Winston, aber zumindest bloßfüßig zu kommen wie die First Ladies. Dresscode: casual. Und für Abgehärtete: Badesachen nicht vergessen!

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2021)