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Frauen haben da ein Defizit

Warum wir uns rasch von der „Frauenförderung“ verabschieden sollten.

Das mit der Sprache ist an sich eine gute Erfindung. Bloß, dass der Umgang mit ihr heikel ist. Denn mit jedem Begriff, den wir denken, aussprechen oder schreiben, entstehen Bilder, Bilderwelten und Weltbilder. Und diese Welten und Bilder, die wir in unserem Kopf und in den Köpfen der Zuhörer und Leser schaffen, führen zu neuen geistigen Konstruktionen und so weiter und so fort.

Jetzt ist es so, dass Kinder spätestens in der Schule mit dem Wort „fördern“ in Kontakt kommen. Selten ist da von Begabtenförderung zu hören, sondern meist von Förderunterricht. Der richtet sich an jene, die ein Defizit haben. Fördern, so könnte ein Bild aussehen, setzt einen Mangel voraus.

So gesehen sollten wir rasch über das Weltbild hinter dem Wort – Achtung, Sprechblase – „Frauenförderung“ nachdenken.

michael.koettritsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2021)