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Steuer

Mindeststeuer betrifft bis zu 8000 Konzerne

Carrie Symonds (die Ehepartnerin von Johnson), Boris Johnson und Justin Trudeau beim G7-Gipfel.Reuters
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Größter Gewinner würden wohl die USA sein.

Wien. Die weltweite Steuerreform nimmt – wie berichtet – langsam Konturen an, nachdem sich die G7-Länder kürzlich auf ein Grundgerüst geeinigt haben. Herzstück ist eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent. Zusätzlich sollen neue Regelungen geschaffen werden, wonach Länder mit riesigen Verbrauchermärkten von besonders großen und profitablen Konzernen einen größeren Teil vom Steuerkuchen abbekommen sollen.

In den nächsten Jahren könnten diese Regeln für knapp 140 Länder verbindlich werden. Kommt es tatsächlich dazu, werden von der Mindeststeuer Expertenschätzungen zufolge weltweit 7000 bis 8000 Firmen betroffen sein. Bei der Neuverteilung von Besteuerungsrechten soll die technisch komplizierte Regelung auf rund 100 Konzerne beschränkt werden.

Bis 700 Mio. Euro mehr?

Auch für Österreich könnte das Mehreinnahmen bringen – wie viel genau, ist jedoch unklar. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) schätzt das zusätzliche Steueraufkommen auf 600 bis 700 Mio. Euro jährlich. Die von der EU-Kommission angegebenen drei Mrd. Euro für Österreich hält er für zu hoch.

Für Deutschland geht die EU-Steuerbeobachtungsstelle von 5,7 Milliarden Euro aus. Experten halten das wiederum für zu niedrig – es könnten bei den Deutschen auch zehn bis 20 Milliarden Euro werden. Für die gesamte EU geht die Steuerbeobachtungsstelle von fast 50 Milliarden Euro zusätzlich aus. Größter Gewinner dürften aber die USA sein, weil heimische Konzerne wie Amazon, Apple und Google Steuersparmodelle im Ausland besonders aggressiv nutzen. Gilt eine Mindeststeuer, könnten dann in den USA die entsprechenden Differenzbeträge nachverrechnet werden. (APA/Reuters/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2021)