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Management

Ohne Strategie ist HR nur Bürokratie

"Die Presse"
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Kolumne "Hirt on Management": Folge 153. Warum Ihre Human-Resource-Funktion eine Strategie benötigt und was Ihre HR-Strategie enthalten sollte.

In einer hochentwickelten Wirtschaft wie der unsrigen, die sich im globalen Wettbewerb nur durch hochwertige Innovation behaupten kann, sind die Initiative, Leidenschaft und Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der wichtigste Wettbewerbsvorteil.

Eigentlich sollte daher die HR-Funktion eine richtig strategische Funktion sein, die einen wichtigen und messbaren Beitrag zur Stärkung und dem Ausbau der Wettbewerbsvorteile der Organisation leistet.

Leider sind wir in der Praxis meist weit von diesem Idealzustand entfernt und in vielen Organisationen ist die HR-Organisation die letzte, die einem in den Sinn kommt, wenn man an Produktivität und Wirksamkeit denkt.

Das Ende der HR?

Diese Unzufriedenheit geht soweit, dass in den letzten Jahren einige Fachartikel von namhaften Expertinnen und Experten erschienen sind, unter anderem in der Harvard Business Review, die vertreten, dass man eine eigenständige HR-Funktion gänzlich abschaffen könne.

Die HR-Administration soll einfach der Finanzchef mit seinen Leuten machen und die strategische HR-Arbeit ist Vorstandsaufgabe bzw. Aufgabe der Geschäftsfeldleiterinnen und -leiter.

Das Kernproblem der HR ist, dass die meisten HR-Leiterinnen und -Leiter keine Managerinnen und Manager sind, die sich mit Human Resource Management beschäftigen, sondern Bürokratinnen und Bürokraten, die eben bürokratisch denken, also sich nicht wirklich für Ziele und Ergebnisse interessieren, sondern nur für Prozeduren und Prozesse.

Achtung, Zeitverschwendung droht!

Bürokratie und das damit einhergehende parkinsonsche Gesetz, dass besagt, dass Bürokratie sich von alleine und ohne sachliche Grundlage immer weiter ausdehnt, bis man nur noch Papier hin und her schiebt, statt Ergebnisse im Markt zu erzielen, sind aber richtigen Managerinnen und Managern ein Gräuel. Und deswegen gehen die meisten auch in Deckung, wenn jemand von HR auftaucht, weil massive Zeitverschwendung droht.

Ich habe das Privileg mit einigen der besten HR-Managerinnen und -Manager Österreichs und Europas zusammen zu arbeiten und da erlebe ich, dass es zum Glück auch anders geht.

Best-in-Class-HR wird von Managerinnen und Managern betrieben, die eine klare Vorstellung haben, welchen Beitrag sie mit ihrer HR-Organisation zum Gesamterfolg des Unternehmens leisten wollen, in welchen Bereichen und mit welchem Schlüsselmaßnahmen, und die auch bereit sind, ihren Erfolg und Fortschritt bei der Erreichung dieser Ziele und ihren Wertbeitrag regelmäßig zu messen.

Kurz gesagt, Best-in-Class-HR-Managerinnen und Manager gehen strategisch und nicht nur taktisch vor und verfügen über eine klare HR-Strategie.

 

Das Wichtigste in Kürze

Ohne Strategie ist HR nur Bürokratie.

 

In der nächsten Kolumne beschäftigen wir uns damit, was eine gute HR-Strategie enthalten sollte.

 

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 1. Juli zum Thema „Was eine HR-Strategie enthalten sollte“.

 

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Michael Hirt ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu außergewöhnlichen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, den USA (Harvard LPSF) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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