Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Pizzicato

Ein Tänzchen mit dem König

Fußballfan Werner Kogler als Chefsportler und Cheerleader beim EM-Match gegen die Niederlande in der Cruyff-Arena in Amsterdam: Ob der Ober-Oranje ihn versteht?

Werner Kogler, so heißt es, hätte das Zeug zum Fußballer gehabt. Was er freilich abstreitet. Er kickte in der U21 bei Sturm Graz, bis ihn ein Motorradunfall aus der Bahn warf. Doch wer weiß? Vielleicht wäre er bei den Schwarz-Weißen Profi geworden statt Politiker bei den Grünen. In den 1980er-Jahren wäre er dann in der Gruabn an der Seite eines Gernot Jurtin und Božo Bakota gestürmt – von links außen, durch die Mitte, je nach Lust und Laune.

Er brachte es zum Sportminister, zum Chef-Sportler im Land. Und weil gerade von Glasgow bis Baku die Euro 2020 über die Bühne geht, Österreich mit einem Sieg – einer EM-Premiere – ins Turnier startete und in Amsterdam mit den Niederlanden ein Fußball-Riese auf Alaba & Co. wartet, rollte Kogler via Nachtzug ins Stammland von Johan, dem Großen: des Zauberers Johan Cruyff.

Auf der VIP-Tribüne wird der Vizekanzler den Cheerleader geben und dabei dem Ober-Oranje ins Gehege kommen. König Willem-Alexander, der beim Auftaktspiel mit einem Jubeltänzchen seiner Frau Máxima aus der Heimat des Tango und Diego Maradonas ein mitleidiges Lächeln entlockte, ist als Arlberg-Skiurlauber zwar des Deutschen mächtig, nicht aber des steirischen Dialekts. Für Werner Koglers Anfeuerungsrufe – „Verlieren ist etwas für Lulus“, „Rudern statt sudern“ – bedarf er eines Dolmetschs.