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„Bitte wenden“ ohne Ende: Trotz Navi auf den Gipfel

1. Grebenzenhöhe (1870m)
1. Grebenzenhöhe (1870m)Benedikt Kommenda
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Egal, aus welcher Richtung man auf die Grebenzenhöhe radelt: Die letzten Höhenmeter sind extrem steil, doch die Auffahrt lohnt.

Mein Fahrradnavi werde ich nie ganz verstehen. Wieder einmal ging es darum, den richtigen Einstieg in eine deklarierte Mountainbikestrecke zu finden, wieder einmal führte mich das Ding in die Irre.

Ziel meines Ausflugs nach St. Lambrecht in der Steiermark war eine reizvolle Runde über einen Berg, die erst seit 1. Juni wieder gestattet ist: der Grebenzen Höhentrail – ein Name wie geschaffen für Lesthageniker wie mich. Der Start vor dem Benediktinerstift (1028 m) war klar, aber die Richtung? Da schien sich auch das Navi nicht im Klaren zu sein: Kaum war, wie ich später feststellen sollte, richtig Süden losgeradelt, hieß mich das Gerät wenden. Das tat ich, bloß stand dann – bei Weitem nicht so schnell wie beim ersten Mal – bald wieder „bitte wenden“ auf dem Bildschirm. Diese Aufforderung – es war nicht die letzte – verbindet das Navi übrigens gern mit dem dummen Hinweis „in X Metern“, ganz so, als führe man auf der Autobahn und müsste dieser zum Umkehren bis zur nächsten Ab- und Auffahrt folgen.

Empfohlen wird die Strecke gegen den Uhrzeigersinn, das heißt, Start frontal von der Stiftskirche weg
Empfohlen wird die Strecke gegen den Uhrzeigersinn, das heißt, frontal von der Stiftskirche wegGrafik: "Die Presse"/Gregor Käfer

Ich war inzwischen so weit und steil bergauf gefahren, dass ich keine Lust mehr hatte umzudrehen. Definitive Klarheit über die falsche Fahrtrichtung hatte ich erst, als ich – nach einem Drittel des Anstiegs – das Gasthaus Schönanger erreichte, in dem ich mich auf dem Rückweg hätte laben wollen. Ein freundlicher Herr – es muss der Wirt gewesen sein – warnte mich, dass es sehr bald sehr steil bergauf gehen werde, nämlich eine Rodelbahn hinauf. Hinunter wäre sie sicher nett gewesen.

Er gab mir den Tipp, das Steilstück zu umfahren. Erst knapp vor dem Gipfel (1870 m) musste ich dann ein bisschen schieben, was mir allerdings auch in der Gegenrichtung passiert wäre, nur halt auf der anderen Seite. Es ist auch völlig gleichgültig, von wo man hierher kommt: Die Aussicht ist fantastisch, mit den Karawanken im Süden, den Hohen Tauern im Westen. Das Navi wird indessen auch mich nie verstehen: Wieso überreißt es nie, dass ich die Runde umgedreht habe, und lässt nicht ab von seinem ständigen „bitte wenden“?

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com