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Westbalkan

Fußball, Nation und der Fall Arnautović

Fußball und nationale Symbole gehen Hand in Hand: Hier rollen albanische Fans ihre Fahne bei einem EM-Quali-Spiel gegen Bosnien im Jahr 2012 in Tirana aus.(c) REUTERS (Arben Celi)
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Die ethnischen Spannungen kochen nicht nur im Fußball hoch. Die albanische Minderheit fühlte sich in Nordmazedonien lange Zeit diskriminiert.

Selbst von seinem Kapitän war Österreichs tobender Jubler kaum zu bändigen. Mit unflätigen Worten beleidigte der serbischstämmige Goalgetter Marko Arnautović nach seinem Treffer zum 3:1 gegen Nordmazedonien seinen Gegenspieler Ezgjan Alioski. Es ging wohl um dessen Mutter – und auch darum, dass der nordmazedonische Kicker seine Wurzeln in der albanischen Minderheit des Landes hat.

So wird die angeblich schönste Nebensache der Welt zum Politikum: Der europäische Fußballbund Uefa ermittelt, zuvor hatte Nordmazedoniens Fußballverband FFM die „härteste Strafe“ für den „nationalistischen Ausbruch“ gefordert. „Wir werden die Würde der mazedonischen Nationalspieler verteidigen, wo immer sie spielen“, hieß es. Dabei hatte der Beschimpfte selbst die Verwünschungen nicht einmal vernommen. Im Stadion sei es so laut gewesen, dass er „nichts“ gehört habe, so Alioski: „Nach dem Spiel kam Arnautović in die Kabine und entschuldigte sich.“ Unter den Fußballern selbst scheint die Sache also erledigt.