Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Selbsterfahrung

Die Reise nach P. Oder: Wie ich lernte, die Covid-Vorschriften zu fürchten

Eine Reise mit dem Zug wuchs sich zu einem echten organisatorischen Problem aus.
Eine Reise mit dem Zug wuchs sich zu einem echten organisatorischen Problem aus.(c) imago images/Addictive Stock (Juan Alberto Ruiz via www.imago-images.de)
  • Drucken
  • Kommentieren

Von den Skills, die man braucht, um sich derzeit im öffentlichen Raum - vor allem im Ausland - zu bewegen. Ein Selbsterfahrungsbericht.

Der Tag begann gut. Beim Optiker traf ich meine Ärztin und die Beraterin aus dem Reisebüro. Ich sollte eine kleine Fahrt ins nahe Ausland unternehmen: Viereinhalb Stunden mit dem Zug, Richtung Osten, Besichtigungstour und Konzert, alles in allem drei Tage, übers Wochenende. Leider konnte ich meinen gelben Impfpass nicht finden. Das Tropeninstitut schickte binnen 24 Stunden per Post einen neuen. Das Land, in das ich reisen sollte, verlangte englischsprachige Zertifikate. Beim Doktor, der mich Anfang Mai mit AstraZeneca geimpft hatte, lief ein Tonband.

Die Karte mit der Impfbestätigung genügte der Reiseagentur nicht, der Antigen-Test galt nur für zwei Tage, ein PCR-Test war für 100 Euro zu haben, das erschien mir kostspielig. Man erklärte mir, Gurgeln sei jetzt das Mittel der Wahl und erläuterte mir wie das funktionierte, aber es klappte irgendwie nicht. Meine technischen Fähigkeiten sind offenkundig etwas unterbelichtet. Anscheinend war dieser Tag sowieso nicht der beste für elektronische Services: Immer mehr Bankfilialen haben jetzt keine Kassa mehr, nur mehr Maschinen, auch bei gedeckten Konten gilt ein Sicherheitslimit, man kann es raufsetzen lassen, aber wer will das machen – noch dazu vor einer Auslandsreise? Als auch noch das Bankservice auf meinem Handy streikte, dachte ich: „Anscheinend will Gott nicht, dass ich wegfahre.“ Inzwischen waren neue Mails von der Reiseagentur eingegangen.