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Kombi Swace.
Fahrbericht

Zwei Toyotas, interpretiert von Suzuki

Die Zusammenarbeit der japanischen Autobauer Toyota und Suzuki bringt erste fahrbare Ergebnisse: den Kombi Swace und das große SUV Across, die man gemeinhin als Toyota Corolla Touring Sports und RAV4 kennt.

Wien. Kooperationen sind aktuell eine Notwendigkeit in der Autoindustrie, um die vielen Herausforderungen, die der Technologiewandel – Elektroantrieb, autonomes Fahren, Digitalisierung – bringt, finanziell stemmen zu können. Wie wichtig sie sind, kann man allein daran erahnen, dass sogar die Erzrivalen BMW und Mercedes eine Zeit lang zusammengearbeitet haben (die Kooperation beim autonomen Fahren wurde im vergangenen Jahr beendet).

Auch die japanischen Hersteller Suzuki und Toyota haben sich gefunden und forschen nicht nur gemeinsam, sondern nützen auch im Autobau Synergien. Suzuki liefert das Know-how beim Bau kleiner und günstiger Fahrzeuge, Toyota liefert größere Modelle und hilft bei der Elektrifizierung der Modellpalette des Mitbewerbers. Wie wichtig diese ist, kann man daran erahnen, dass der Suzuki-Bestseller Jimny in Europa vom Markt genommen werden musste, weil man mit ihm die Abgasvorschriften nicht geschafft hätte (mittlerweile gibt es ihn wieder als Fiskal-Lkw).

der Across, das neue Top-SUV von Suzuki
der Across, das neue Top-SUV von Suzuki(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Die ersten Toyotas, interpretiert von Suzuki, stehen bereits bei den Händlern: der Swace, den man von Toyota als Corolla Touring Sports kennt, und der Across Plug-in-Hybrid, der als Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid erst jetzt langsam nach Österreich kommt.

Mit dem Across hat nun auch Suzuki ein großes SUV im Angebot, das die bisherige Top-Version, den SX4 S-Cross, um stolze 35 Zentimeter überragt. Äußerlich kann man den Across – abgesehen vom Logo – nur vorn am großen, nach unten gezogenen Kühlergrill und den etwas anderen Scheinwerfern vom RAV4 unterscheiden. Innen gibt es – auch wieder abgesehen von den Suzuki-Logos – keinerlei Unterschiede.

Interessant ist der Plug-in-Hybridantrieb, den Suzuki in seinem Modell schon vor der Toyota-Version in Europa anbieten durfte. Toyota hat mit dem Prius zwar den Hybridantrieb erfunden, bei Plug-in-Hybrid-Modellen – also solchen, deren Batterie man an einer Steckdose auflädt – hinkte man hinterher. Nun schließt man auf – und zwar nicht schlecht, wie wir im Suzuki Across erfahren haben.

Im Across kommen insgesamt drei Motoren zum Einsatz: Zusätzlich zum 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 136 kW/185 PS treibt ein Elektromotor mit 134 kW/182 PS die Vorder-, ein weiterer mit 40 kW/54 PS die Hinterräder an. Gemeinsam leisten sie 306 PS und bringen den 1,9-Tonner bei durchgedrücktem Gaspedal in 6,2 Sekunden auf 100 km/h. Wenn man das braucht. Gemütlicher gefahren bringt Vorteile – beim Verbrauch und vor allem auch der Lautstärke (CVT-Getriebe!).

Am Ende unseres Tests standen 5,4 Liter auf 100 Kilometer, das ist recht beachtlich. Wir haben allerdings die Batterie nie vom Benzinmotor aufladen lassen, sondern immer durch Strom aus Wasserkraft. Die Ladefunktion durch den Motor ist einer von vier Modi, am gebräuchlichsten sind der HV- und der Auto-HV-Modus, wenn das System den Einsatz von Verbrenner und Elektro steuert. Im EV-Modus, wenn der Across als reines Elektrofahrzeug unterwegs ist, holten wir aus der 18,1-kWh-Batterie etwas über 60 Kilometer (Suzuki nennt eine Reichweite von 75 Kilometern).

Genügsamer Kombi

Innen ist der Suzuki/Toyota solide gearbeitet, ein Neun-Zoll-Touchscreen thront in der Mitte und lässt sich mit Apple CarPlay und Android Auto verbinden. Der gut ausgestattete Suzuki Across kostet in Österreich ab 57.990 Euro.

Deutlich günstiger gibt es die zweite Toyota-Interpretation, den Suzuki Swace. Startpreis des Kombis: 29.690 Euro. Deshalb gibt es im Innenraum auch deutlich mehr Hartplastik, das aber raffiniert mit Lederelementen kombiniert ist und daher keinen billigen Eindruck vermittelt.

Der Swace ist ein Vollhybrid, der 1,8-Liter-Benzinmotor mit 72 kW/98 PS wird von einem kleinen Elektromotor mit einer 1,3-kWh-Batterie unterstützt. Die Zuschaltung steuert das System eigenständig, nur beim Start geht es immer elektrisch los. Kombiniert leisten die beiden Motoren 90 kW/122 PS. Das klingt in Zeiten wie diesen nicht nach viel, genügt aber für den gedachten Einsatz völlig. Auch den Swace fährt man wegen des CVT-Getriebes gemütlich, der Dank erfolgt an der Zapfsäule: 5,3 Liter.

Platzmäßig schluckt der 4,65 Meter lange Kombi mehr (596 bis 1606 Liter) als der Across (490 bis 1604 Liter) und ist insgesamt das stimmigere Angebot.


[RK3KI]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2021)