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Forschungsfrage

Wie reinigt man Unterwäsche im Weltall?

Bisher gibt es keine Möglichkeit, Textilien auf Raummissionen zu waschen
Bisher gibt es keine Möglichkeit, Textilien auf Raummissionen zu waschen(c) imago images/YAY Images (Sandralise via www.imago-images.de)
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Im Weltall gibt es keine Waschmaschine und keine Dusche. Heimische Forscher halten Astronauten-Wäsche mit Ausscheidungen von Mikroorganismen keimfrei.

„So manche Sternschnuppe, die Sie sehen, kann eine verglühende Unterhose der ISS-Besatzung sein“, erzählt Gernot Grömer, Direktor des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF). Auf die Frage, wie man im Weltraum Unterwäsche reinigt, antwortet er: „Bisher gibt es keine Möglichkeit, Textilien auf Raummissionen zu waschen.“ Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS trägt Shorts, T-Shirts, Socken usw. für mehrere Tage und entsorgt diese, wenn sie neue Wäsche anzieht, die über Versorgungsflüge ankommt. Nur wertvolle Materialien wie Raumanzüge kommen zurück zur Erde, wo sie für die nächste Mission gereinigt werden.

Verbrauchsmaterial wird ins All entsorgt, beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht der Müll. „Bisher sind Missionen so kurz, dass man keine Reinigungsmöglichkeiten braucht“, so Grömer. Die Leute waschen sich mit Trockenshampoo und Feuchttüchern. Weltraumforscher planen aber schon Waschmaschinen für eine Zukunft, in der mehrjährige Missionen zu Mars und Mond gehen.

Ein österreichisches Team will nun in einem Projekt der europäischen Weltraumagentur ESA Textilien im Weltall länger frisch und hygienisch halten, ganz ohne Waschmaschine. Bisher muss das Innenfutter der Raumanzüge auf der ISS sogar von mehreren Personen abwechselnd getragen werden: Innenhandschuhe und Körperanzüge gibt es nicht für jeden extra, sondern sie müssen für die gesamte Crew herhalten. „Jeder Mensch gibt zahlreiche Stoffwechselprodukte über die Haut ab“, sagt Grömer. Daher kommt es bald zu einer Besiedelung mit Bakterien auf den Textilien, die bei Ausflügen ins offene Weltall für einige Stunden unter den Raumanzügen getragen werden. Aktuell halten Silber- und Kupferanteile diese Unterwäsche sauber. „Das kennen Sie von Sportler-Unterwäsche, die antibakteriell wirken soll“, so Grömer: „Doch die Wissenschaft vermutet, dass eine Langzeitanwendung nicht gut für die Gesundheit ist und Hautreizungen verursacht.“