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Übergewicht gilt als Epidemie des 21. Jahrhunderts. Stillkinder sind später im Leben seltener betroffen.
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Übergewichtige Babys: Die ersten 1000 Tage sind entscheidend

„Die Kinder wachsen weiter“, sagt Moenie van der Kleyn von der FH Joanneum. Daher musste die Erforschung der Ursachen von Übergewicht an Babys und jungen Müttern bald weitergehen – freilich mit besonderer Sensibilität.

„Unsere Festplatte wird früh formatiert“, sagt Moenie van der Kleyn. Denn schon mit der Befruchtung beginnt die metabolische Prägung: Der Stoffwechsel des Ungeborenen fängt an sich auszubilden, auch abhängig vom Gewicht der Mutter und ihrer Ernährung. Nach der Geburt dürfte entscheidend sein, ob und wie viel ein Baby aus der Flasche trinkt. Ein vielschichtiger Prozess, der bis zum zweiten Lebensjahr dauert – aber noch nicht genau erforscht ist: „Gestillte Kinder haben ein geringeres Risiko, später an Übergewicht zu erkranken. Wir wissen aber nicht genau, warum“, schildert van der Kleyn, Leiterin des Instituts für Hebammenwesen der FH Joanneum.

Die aus den Niederlanden stammende Hebamme beobachtete einst selbst in der Praxis Unterschiede beim Wachstum von Still- und Flaschenkindern. Seit 2017 ist sie mit dem an ihrem Institut angesiedelten Josef-Ressel-(JR-)Zentrum für die Erforschung von Prädispositionen der perinatalen metabolischen Programmierung von Adipositas angetreten, um hier mehr Klarheit zu erlangen – und mit den Ergebnissen eine Basis für die Beratung von Familien bieten zu können. Partner des JR-Zentrums ist Milupa, Forschungsergebnisse aus Graz könnten also schon bald in die Produktentwicklung des Herstellers von Säuglings- und Kleinkindernahrung einfließen.