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Interview

Hablesreiter: "Essen ist der friedlichste Akt, den es gibt"

Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer befassen sich mit ihrem Designatelier Honey & Bunny auch mit Fooddesign und den Ritualen beim Essen.
Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer befassen sich mit ihrem Designatelier Honey & Bunny auch mit Fooddesign und den Ritualen beim Essen.(c) honey & bunny/ Daisuke Akita
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Architekt Martin Hablesreiter befasst sich seit Jahren mit dem Thema Essen, vom Design bis zu Ritualen. Im Gespräch erklärt er, warum Essen ein sozialer Akt und die Rückkehr des Essens in die Öffentlichkeit wichtig ist.

Die Presse: Warum ist das gemeinsame Essen für uns so wichtig, was steckt dahinter?

Martin Hablesreiter: Es ist ja vermutlich so, dass der Mensch als Gruppentier vor sehr, sehr langer Zeit damit begonnen hat, gemeinsam zu essen und auch das Essen zu verteilen. Und zwar so zu verteilen, dass auch kranke, alte und schwache Mitglieder einer Gesellschaft am Mahl teilhaben. Ich lehne mich jetzt sehr weit aus dem Fenster und sage, ich halte das für den Ursprung der Kultur und Zivilisation überhaupt, dass der Mensch damit begonnen hat, Essen zuzubereiten und zu verteilen. Das hat über die Jahrtausende zu verschiedenen Ritualen geführt, die sich nach wie vor permanent ändern. Das ist ein ständiger Diskurs, der uns kulturell begleitet. Und Gemeinschaften haben sich sichere Plätze gesucht, um dort zu essen. Man kann nicht gleichzeitig Wache schieben, sich vor wilden Tieren fürchten und essen. Und deswegen gibt es auch eine Art Ritualisierung von Anfang an.

Das heißt, es steht von Anbeginn das Soziale im Vordergrund.