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Interview

Josef Hader: "Ich wollte als Künstler nicht die Pappen aufreißen"

Anlässlich seiner Rückkehr auf die Kabarettbühne erklärt Josef Hader, warum er sich gern einmal zum Deppen macht, wie es um den Lustgewinn durch Hinterlist steht und wie er die Rolle der Kultur in der Pandemie wahrgenommen hat.

Im Wiener Rüdigerhof empfängt Josef Hader Journalisten und Journalistinnen zum Gespräch. Nach zig solcher Treffen seit der Premiere seines neuen Programms "Hader on Ice" am 10. Juni wirkt er schon etwas müde, aber trotzdem freundlich und geduldig. Nach 17 Jahren ist es das erste neue Bühnenstück Haders, auch wenn er in der Zwischenzeit als Regisseur und Schauspieler weiterhin sehr aktiv gewesen ist. Sein Humor hat an Treffsicherheit mit den Jahren nichts verloren, ganz im Gegenteil: Die zusätzlichen Jahre haben ihm höchstens mehr Inhalte geliefert.

In Ihrem neuen Programm sprechen Sie viel über den Generationenkonflikt zwischen Millennials und Boomers. Sie selbst zeichnen sich als einen dieser zukunftsvergessenen, heuchlerischen, privilegierten alten weißen Männer, die an den Hebeln der Macht sitzen. Wie viel Boomer steckt wirklich in Ihnen?

Josef Hader: Schon einiges, so von Generation und Alter her, aber auch in puncto Verlogenheit. Macht ausüben war mir allerdings nie besonders wichtig. Sonst wäre ich nicht Solokabarettist geworden. Die Gelegenheit dazu hätte es im Theater gegeben, dort war ich aber eher schüchtern und hatte das Gefühl, ich würde meine eigene Rolle verlieren, weil sich alle anderen so durchsetzen. Um das zu vermeiden, bin ich Kabarettist geworden. Dort kann man allerdings seinem Publikum gegenüber auch Macht ausüben.

Inwiefern?

Na ja, man möchte ja die Leute im Publikum vom höchsten Vergnügen in die tiefste Depression stürzen, nach Möglichkeit nahtlos, daran versuche ich mich schon gern.

Empfinden Sie den angesprochenen Generationenkonflikt auch privat so stark?