Ein Sondergericht verurteilte Ahmad Samir Santawy (29), der an der Central European University in Wien studiert, zu vier Jahren Haft, weil er auf Facebook die Bedingungen in ägyptischen Gefängnissen kritisiert haben soll.
Nur drei Gerichtssitzungen hatte es gedauert, dann fällte das Kairoer Sondergericht sein hartes Urteil. Der 29-jährige Ägypter Ahmad Samir Santawy, der einen Masterstudiengang an der Central European University (CEU) in Wien absolviert, wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Er war angeklagt, aus dem Ausland Falschinformationen verbreitet zu haben, die der inneren Sicherheit Ägyptens schaden. Corpus delicti waren ein paar regimekritische Facebook-Postings, die er angeblich in Wien ins Netz gestellt hatte.
Der Alptraum des Studenten begann am 23. Dezember des Vorjahrs, als er bei einem Heimaturlaub, im Zuge dessen er auch seine Familie besuchen wollte, am Flughafen drei Stunden lang verhört, dann aber freigelassen wurde, um dann ohne weitere Probleme einreisen zu können. Nach einer späteren polizeilichen Vorladung in Kairo, der er nachgekommen war, verschwand er kurzzeitig Ende Jänner, tauchte dann aber ein paar Tage später bei der Staatsanwaltschaft der Staatssicherheit auf. Seitdem saß er unter dem Vorwurf, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein und Falschmeldungen verbreitet zu haben, in Untersuchungshaft.