Die Hybridbar Praterstraße lockt bald mit dem Discoclub Tutto Matto. „Die Presse am Sonntag“ sprach mit dem Veranstalter Heinz Tronigger.
Der erfolgsverwöhnte Clubbing-Supremo Heinz Tronigger kam zuletzt etwas ins Straucheln. Im März vorigen Jahres hatte er, gemeinsam mit seinen Freunden Benji Loudon und Hennes Weiss, die Hybridbar Praterstraße eröffnet. Dem großzügig dimensionierten Nachtclub, der auch Restaurant und Bar ist, waren nur fünf Öffnungstage gegönnt. Dann kamen Corona und die Lockdowns. Der trotz dieser Erschwernisse immer noch fidele 54-jährige Unternehmer hat die Zeit genützt: „Wir haben antizyklisch investiert. Den Garten gebaut, ein Küchenkonzept erstellt. Der Betrieb steht nicht nur auf der Clubschiene, sondern setzt auch auf Tagesgastronomie.“
Erst durch die Lärmschleuse. Das Herz des Lokals ist der Raum, wo die superbe Lambda-Musikanlage steht. Früher war hier das Studio des Fernsehsenders ATV. „Da gibt es keine Emissionen. Wir sind ja mitten im Wohngebiet. Die Musik ist von glasklarer Tonqualität. Da ist nie Schmerz im Ohr, nur Klangerlebnis.“ Um dahin zu gelangen, muss keine Türschnalle gedrückt werden. „Die Gäste gehen durch eine Lärmschleuse. Dort sind Frequenzkiller eingebaut, die die Musik automatisch neutralisieren.“
Tronigger ist optimistisch. Er hat als Veranstalter ja schon viel erlebt. Nach Wien ist er als Student gekommen. Seine Universität war damals die Montagnacht im Wiener Volksgarten. Dort fand Österreichs erstes Clubbing, die Soul Seduction, statt. „Dieser Club war mir die größte Inspiration. Es war die Ära von Acid Jazz und Rare Groove. Das gab es nur in der Soul Seduction. Auch internationale Konzerte gab es da zu sehen.“ Als die Soul Seduction nach sieben Jahren Laufzeit Ende 1993 ihre Pforten schloss, wollte Tronigger dieses Vakuum füllen.