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Äthiopien

Wende im Bürgerkrieg um Tigray

Junge Mütter, die vor den Kämpfen in der Region Tigray geflohen sind, in einem Auffangprojekt für Vertriebene in Mekelle.APA/AFP/YASUYOSHI CHIBA
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Rebellen haben die Hauptstadt der abtrünnigen äthiopischen Region unter ihre Kontrolle gebracht. Die Zentralregierung in Addis Abeba rief
eine Waffenruhe aus.

Acht Monate nach Beginn der äthiopischen Militäroffensive in der abtrünnigen Nordregion Tigray hat der blutige Krieg eine überraschende Wendung genommen: Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) erzwangen nach eigenen Angaben den Rückzug der Armee aus der Regionalhauptstadt Mekelle. „Mekelle ist zu 100 Prozent unter unserer Kontrolle“, teilte TPLF-Sprecher Getachew Reda mit. Die Zentralregierung in Addis Abeba äußerte sich zunächst nicht. Doch sie kündigte noch in der Nacht eine einseitige, bedingungslose Waffenruhe an, die bis zum Ende der Erntesaison im September dauern soll.

Tausende Menschen strömten einem Bericht der „New York Times“ zufolge in Mekelle am Montagabend auf die Straßen und feierten, als die Meldungen über ein Vorrücken der Rebellen in die Stadt die Runde machten. Sowohl die äthiopischen Soldaten als auch Vertreter der von Addis Abeba eingesetzten Interimsregierung hätten die Stadt bereits verlassen, hieß es.

Die Kämpfer der TPFL sollen am Dienstag außerdem die Kontrolle über die Stadt Shire etwa 140 Kilometer nordwestlich der Regionalhauptstadt erlangt haben, wie aus Sicherheitskreisen der UNO verlautete.