Vier von zehn Absolventen gehen ins Ausland, ein Drittel der Mediziner ist älter als 55. Der Nachwuchsmangel spitzt sich weiter zu.
Eine Absolventin sucht in einem Spital in Westösterreich um eine Stelle als Turnusärztin an. Vor dem Bewerbungsgespräch fragt sie in der Ärztekammer um Rat. Will wissen, auf welche möglichen Fragen sie sich vorbereiten soll. Ältere Kollegen beraten sie. Beim nächsten Treffen wollen sie natürlich wissen, wie es ihr erging – und sind verblüfft. Ihr sei keine einzige der genannten Fragen gestellt worden, erzählt sie. Stattdessen habe die Klinikleitung das Renommee des Hauses und die guten Ausbildungsmöglichkeiten angepriesen. Man habe sie beinahe angefleht, den Job anzunehmen.
Eine wahre Geschichte, die sich erst kürzlich ereignet hat und die Situation junger Ärzte perfekt beschreibt – denn mittlerweile können sie sich aussuchen, wo und unter welchen Bedingungen sie arbeiten wollen. Dabei legen sie großen Wert auf gute Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie Flexibilität, also das Arbeiten in Gruppenpraxen und in Teilzeitbeschäftigungen, um nebenher eine Ordination zu betreiben.